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Wüste

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In jenem Leben
Das nur nackte Existenz gewesen
War ich ein Wüstling
Seelen und Landstriche verwüstend
Trieb ich mein Unwesen

Liebe ich Heutiger die Wüste
Jene Leere frei geqäulten Menschseins
Und den Reichtum an Stille
Werdenwollendem Erwarten
Schwangerer Zeit
Zukunftgebärend zeugt die Sonne
Licht und Wärme in verschwenderischer Fülle

Nur habe ich ehedem das Wasser abgegraben
Darum bin ich auch Gärtner geworden
Zu hegen zu pflegen
Same und Sproß begießend
Oft auch nur mit meinen Tränen
Nicht derer des Selbstmittleides
Wohl jener der Trauer des Gewesenen
Und bald endlich wieder Werdendem hin

Ach wo ich einst scharf und unerbittlich
Bin ich milde heute versöhnlich
Selbst dem scharfen Schleifstein hin
Des Schicksales dankbar
Das den rohen Diamenten glättet
Unter Jaulen und quitschendem
Schmerzensgeschrei polliert

So reich übervoll an Gelebtem
Erlebten Szenen Momenten Ländern
Völkern Menschen wie Sand am Meer
Der einst harter Fels verfeinert befreit
Heute feinsinnig in einer Kinderhand
Sich in Burg und Stadt verwandelt
Reines Spiel verzückt schaffend
Die Gottheit das Leben erwirkt