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Im Teehaus

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Es ist warm und das Dämmer des Raumes
Bietet Schutz und Geborgenheit
Vor dem allzu Familiären und Öffentlichem zugleich
Männer sitzen an den Tischchen zu zweien dreien und vieren
Orientalische ryhtmisch gefühlvolle Hintergrundmusik
Die eigentlich zum Tanzen einläd mischt sich mit allerlei Gerüchen
In der Ecke wie in Altdeutschland der Herrgottswinkel
Prangt ein Fernsehgerät zerbildert den Raum ohne Ton
Ein Junge serviert geschickt Tee und Kaffee auf einem Henkeltablett
Der einzige Europäer sitzt sinnend und überlegt
Ob er eine Wasserpfeife rauchen wolle
Da blickt Er um Sich und stellt das Fehlen
Von etwas Wesentlichem fest und hinterfragt das Unbehagen
Da
Es sind keine Frauen in dem Raum
Weder Bedienung noch Begleiterin oder als Einzelgast
Darf ich Sie etwas fragen spricht Er seinen Nächsten an
Jener spricht kein Ausländisch
Doch der Nebenmannn reagiert und antwortet freundlich
Ja was bewegt Sie denn
Wesshalb gibt Es hier und andernorts keine Frauen
Hm bei Allah das ist eine Frage
Ja das stimmt sehr schwierig das zu verstehen
Der Fragende spricht also Die Engel im Himmel weinen wenn Sie das sehen
Denn Engel sind Frauen und Männer zugleich
Und Männer und Frauen in Einem
Bei Gott die Liebe kennt die Nacht und den Tag als Einheit
Und Feuer und Wasser sind kochend in einem Topf
Fürchten Männer das Weib oder flüchten Sie vor Ihm
Die Jungfrauen im Paradies warten zu lassen bis wir Sie beglücken nach dem Tode
Ist eine Unhöflichkeit vor dem Leben selbst
Lieben beginnt hier und jetzt
Der Tod hält Uns nur den Spiegel vor
Wenn die Morgenröte hinter dunklen Vorhängen ausgeschlossen ward
Wird Es keinen vollen Mittag geben und selbst die Nacht
Bleibt dürftig ohne Sie zuletzt
Der Fremde schwieg und ein vibrierendes Stille stand im Raum
Dann erhob Er Sich dankte zahlte und verschwand
Ob es ein Dschinn Mensch oder Engel war wer kann Es wissen
Das Kismet ist groß und das Schicksal weise
Darum schickt Es Uns in Teehäuser
Seltsamen Menschen zu begegnen
Wie Wir selber Einer sind