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Entgrenzung

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Damals hieß es
Gehe nicht alleine über die Straße

Später
Tue dies oder das nicht
Das gehört sich nicht
Ist verboten
Wird bestraft

Zuletzt erschufen sie die Hölle

Dann der Himmel
Er schien mir leer
Wenn ich so die Menschen betrachtete
Wahrnahm
Angstzerfressen

Das Nirwana barg keinen Reiz
Und das Leben erschien eng

Als die Wand vor der Unendlichkeit
Oder war es nur ein Bretterzaun
Als eine unbestimmte Grenze erschien
Fürchtete ich mich

Wo bliebe da all die gewohnte Sicherheit
Die bequeme Fremdbestimmung fiele weg
Verunsicherung qüalte mich

Doch dann
Der Ödnis satt schritt ich hinüber
Und siehe da
Erst jetzt
Seit dem
Bin ich hier
Mit Dir

 

 

 

 

 

 

Entgrenzung

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Viel wurde über Freiheit geredet
Auch geschrieben gelitten und gestorben
Meist hohl als Larve heut verkauft
Mißbraucht wie je ein kleines Kind

Ob einer raucht und trinkt
Frei kann Er dabei innwärts sein
Und ob auch eine vegetarisch abstinent
Sich gebe Gefangene Befangene
Im Gesundheitswahn

Ich will nicht richten
Was eh krumm
Und brechen keinen Stab
Gern leg ich meine Hand ins Feuer
Wie Freiheit lodernd züngelnd strahlt

So grabe ich den Grenzstein aus
Hinter dem Haus am Waldesrand
Bin Mieter wohl doch
Mutter Erde ist so geschändet nimmermehr
Als könnte eines Weibes Leib
Den Buhlen aufgezeichnet wie von Metzgers Hand
Zerteilt zum Genusse feil geboten werden

Den alten Namen hab ich abgelegt
Pass und Personalkarte verbrannt
Mich abgemeldet hier am Gemeindeamt
Und allen Nachbarn Wohl und Segen zugewünscht

Jetzt bin ich frei und wandle unsichtbar
Durch all die Kerker Bunker Gitterzellen
Geheimarchive unerkannt umher
Flüstere in manches Ohr ganz Herz zu Herz
Das Schaudern sich der Mensch verwundert
Wie Ihm so Sonderbares nur geschieht

Nur Kleine Kinder Tiere wohl
Sie spüren etwas lächeln insgeheim
Wo mich Erwachsene nicht sehn
Und Feen Zwerge ach die ganze Schar
Sind um mich her verklärtes Licht

 

 

 

 

 

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Als wir die Grenze ohne Kontrolle und erwarteten
Widerstand überschritten entstand ein Murren
Stimmen wie
Wer ist jetzt unser Führer
Wir brauchen eine Abmachung ein Regelwerk
Da wir nicht wissen was geschehen wird eine Schutztruppe
Einige klagten über Kopfschmerzen Übelkeit und Verwirrung
Wir sollten unbedingt zusammenbleiben
Nein uns trennen denn dann ist die Gefahr geringer
Das alle vernichtet würden im Falle eines Angriffes
Wir sollten einen Kontaktmann hinter der Grenze bestimmen
Für alle Fälle man weiß ja nie

Ein Kind stimmte erst summend dann frei heraus singend ein Lied an
Einige hielten inne und lauschten
Dann alle
Es sang von einem Vögelein
Das lange gefangen
Seinem Käfig entflohen
Geradewegs in die Sonne fliegt

 

 

 

Entgrenzung

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Als Ich Meine Angst erkannte
Und bekannte wie einen lästigen Freund
Begann Ich die Grenzen niederzureißen
In dem Ich die Rechtsschutzversicherung kündigte

Die Arbet wechselte eine unstimmige Beziehung auflöste
Mich im Cafe zu einem einzelnen Gast setzte
In der S-Bahn angeblich fremde Menschen ansprach
Und Dinge tat die zu tun Ich vormals den Mut nicht hatte

Eine schöne Frau ansprach ohne Angst vor einem Korb
Und die Post sofort öffnete gleich ob Sie Mein Todesurteil wäre
Ich wechselte die Vorstellung eines Herrn Gott der Drohung
Rache und Angst in ein Göttliches freies Lieben

Und der Pessimismus veränderte Sich in einen Realismus
Dessen was ist war und sein wird Die Allergien schwanden
Die Ekzeme sahen keine Notwendigkeit mehr Mir Meine
Autoagression zu vermitteln und die Wintergrippe
Beschwerte Sich nur noch bei der Pharmaindustrie

Die Methaphysik hielt praktischen Einzug in Mein
Wochenendhaus und blieb eine Untermieterin
Auf Zeit wurde unendlich und blieb in alle Ewigkeit