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Dichten

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Ja Du bist ein Dichter
Eine Poetin
Lyrik ist Dein Sein
Wie Du habest noch nie gedichtet
Hälst Du mir entgegen

Ach woher
Tag für Tag
Jahr ums Jahr
Minütlich sekündlich
Gerade jetzt in diesem heiligen Augenblick

Schreibst Du Dein Gedicht
Vor in Dir stehen vier Tintenfäßchen
Farben wohl Gefühle mehr
Wut Angst Trauer und Freude
Und Deine beiden Federn warten

Ein Adlerkiel
Und einer Taube Feder
Damit schreibst Du unerläßlich
All das was Du fühlst
In des Himmels Ätherpergament

Weh Dir weh mir
So Du die Farben mischst
Zorneshass und Selbstvernichtung
Kränkend allemal
Verwirrter Sinne Chaos Schwärze

Woher Du angeregt den Federkiel ergreifst
Seis sturer Kopf
Dein unersättlich Bauch
Ach wohl Dein Herzensquell
Dann Freude schöner Götterfunke

 

 

 

 

 

 

 

Dichten

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Dich hinzusetzen mit dem Vorsatz
Ja jetzt dichte ich mal eben
Ist vergebnes eitles Streben

Ein Gedicht so Du bereit und offen
Erwählt gleichsam als Sprachrohr Dich
Schweiß rinnt Dir aus den Achselhöhlen
Hier gehts ums Ganze
Seinsbetroffen ewiglich

Du bist empfänglich
So unerwartet ja ungelegen
Dich der Musen eine küsst
Wie nur je ein Weib ganz hingegeben

Dabei hochkonzentriert
Geschärften Sinnes wach
Wie ein Kriegsmann selbstentrückt
Bereit sein Leben dreinzugeben

Du weißt nicht was Du schreibst
Es schreibt sich durch dich selbst

Und wenn Es abgerundet fertig
Gehörts Dir nimmer mehr
Denn Ihr der ganzen Welt

 

 

 

 

 

 

 

 

Dichten

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Wie dichtest Du

Wie jeder Stein geronnenes
Verdichtetes Licht zu seiner
Formgestaltung geschenkt bekam

So pflückst Du die
Die freien Energien
Gedanklicher und gefühlter
Atmosphäre von Mensch und Tier
Und Dir

Du entwirrst das Chaos
Gedanklichen Unrats

Und vermischte Gefühle
Setzt Du dem Feuer Deines
Alchymischen Laboratoriums aus

Daraus das reine Elixier
Den Stein der Poesie
Zu destillieren

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Du musst
Nicht ganz dicht sein

Dann wirst Du
ein Weib

Das Gedicht
schwängert Dich

Dann ein Mann
Du zeugst Es
Legst Zeugnis ab

Die Schwangerschaft
zartes verletzlich sein
Offenheit und Vertrauen

Die Geburt
Mit Wehen
Schweiß unter den Achseln
Gleich einem Arbeiter
dessen Hände Schwielen zieren

Dann
Welch eine Freude
Was für ein Glück
Liegt Es in
Deinen Händen

Denn Du hast
Es erschaffen
indem Du Es liest