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Der Sailer

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Zu einer Zeit
Da das Handwerk
Neben dem Adel und der Kirche
Der dritte Stand hohes Ansehen genoss
Trat in die Werkstatt eines Sailers
Der Scharfrichter der Stadt
Und erbat ein kräftiges Sail

Dem Manne wurde bang
Und so wollte er sich hinausreden
Ein solch dickes Sai gerade nicht zu haben
Der Henker gab zu bedenken
Den Rat der Stadt über den Vorfall zu berichten
Da wurde der Sailer kleinmütig
Ging nach hinten und legte das Geforderte vor

Alsbald fand unter den Augen der Bürger
Eine Hinrichtung statt und dem Sailer
Wurde das Herz gar schwer
Unfroh seitdem erlosch bald Seines Lebens Licht

Im nächsten Leben wurde Er denn derart
Von einem scheinbar grundlosem Schmerz heimgesucht
Einer Scham und Schuld geqäult
Das Er schon in jungen Jahren sich als Messner
Der Kirche antrug

Nun war eine Seiner Aufgaben
Das Geläut zu bedienen
Und der Anblick der Saile ließ
Ihn gar beklommen sein und Er wusste
Sich keinen Rat

Späterhin fand in ein Ministrant
Aufgehängt an dem Glockensail
Dessen Stärke Seine Schwäche wurde

Doch soll die Geschichte
Ein glückliches Ende nehmen
Wie das Leben selber unser aller
Glück nur will wenn Wir Es lieben

Und unser Schwerenöter fand sich
In einer Umgebung da ein Gefangener
Ob Er Es selber war oder Du gar ich selbst
Wer kann das wissen wer war dabei
Wer hats gesehn der also gefesselt
Mit einem dicken Sail vom Leben
Zum Tode befördert werden sollte

Rasch fasste Er sich ein Herz
Durchschnitt dem Bruder Mensch
Die Fessel und floh mit Ihm
In die weite Welt hinaus

Der Gefangene aber
Das war ein Engel
Denn ICH habe Euch nur Engel gesandt