Nacht

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Ein Lichtstrahl
Verirrt in der Nacht

Woher Er kam
Was Ihn bedacht
Ich spreche Ihn an
Wie ich Ihm hilfreich sei

Er leuchtet erfreut hell auf
Ja sei einfach mit mir dabei

Du bist ein Funke
Mir gleichend an Kraft
Die Sterne unsere Schwestern
Jetzt kenne ich Sonnenkind
Dich Menschenbruder und die Erdennacht

Dafür danke ich Dir
Leise entschwand die Pracht
Stille Friede allhier
Von einer Sternschnuppe bewacht

 

 

 

 

 

 

Die Türe

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Ich sah ein mächtiges Portal
Kein Wächter weit und breit
Das Ohr anlegend kein Laut
Ich wartete und ging
Eine Brechstange zu holen
Das Schloss erbrechend
Dann dahinter als Sie aufsprang
Ein höllisch heiß loderndes Feuer

Ich sah ein prächtiges Tor
Und niemand stand davor
Kein Laut drange durch Es hindurch
Ich ging einen Dietrich zu holen
Und entriegelte das Schloß
So sprang Sie auf
Dahinter tiefste schwarze Nacht

Ich träumte eine kleine Pforte
Menschenverlassen spähte ich
Durch das Schlüsselloch
Innwendig schien alles erhellt
Ich drückte die Klinke
Die Türe war offen und
Trat ein in stahlendes Licht

 

 

 

 

 

 

 

 

Nachruf

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Das Sterben scheint ein Leichtes
Weil unbenommen unausweichlich

Das Leben selber vielen vorwurfsvoll schwer

Dabei gibt Es die Zartheit des Lebendigen
Die Leichte des Seienden

Und Schwerelosigkeit im angstfreien Raum des Liebenden
Immer und überall

 

 

 

 

Dankeswürdigung für den Sufilehrer und Sein Lebenswerk
Als Musiktherapeut und Kulturbrückenbauer
Dr Rahmi Oruc Güvenc
Der Sein Verlassen des Körpers als Hochzeit
In Istanbul feierte
Sein Sohn Bruder Freund und Schüler
El Afibiey

Türkei
Jalowa 5.Juli 2017

 

 

 

 

 

 

 

Wissen

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Ich weiß nicht
Wo mir der Kopf steht
Ob Tag Nacht oder beides sei
Mensch Frau oder Mann
Gut & Böse
Was wahr was Wirklickeit
Nur gemachte Realität
Welches der Sinn
Bei allen Sinnen
Ich oder Du
Beide Wir
Eins

Ein Innen und Außen
Worin die Mitte
Ach
Tod ist ein Schlaf
Träumetief
Leben ein Wachen
Unerwacht verträumt
Das Leben verschlafend

Was wie warum wozu wofür
Wesshalb womit woraus wohin
Mit wem

Als die Liebe geteilt
Begann die Angst

Ich alleine einsam
Bin Ihr treu

 

 

 

 

 

 

 

Der Liebende

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Der Liebende ist ein Trauernder
Melancholisch wie der Tiere ernstes Wesen

Verletzlich fühlt Er mit allem mit
Freudig weiß Er sich mit allem verbunden

Sieht er die Geliebte darin
Das Dornen Rosen hervorbringen

Ist Er der Tränentropfen
Auf einem Rosenblatt
Die Morgensonne küssend

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Sprachlosigkeit

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In einem Telefongespräch
Das das Leid des Anrufers beinhaltete
Kam die Bemerkung
Historisch überliefert
Das ein hinzurichtenter Verurteilter
Als Er das Schafott bestieg
Dort oben im Angesicht des Todes
Seinem Henker die Hand reichend begrüßte
Und Ihm Seinen Dank für die
Nun schwere zu leistende Arbeit aussprach

Der Freund am Telefon
Das ist mir to match

Ich habe dann
Nach einer weiteren Schuldzuweisung Seinerseits
Das Gespräch abgebrochen

Opfer bedürfen des Mitleides
So Du es Ihnen vorenthältst
Machen Sie Dich unversehens zu einem
Weiteren Täter

Mitgefühl ist eine Geste
Den Leidenden in Selbstverantwortung
Einladend Seine Unbewusstheit spiegelnd
Seine Lebenserfahrung als von Ihm selbst
Inszeniert anzuerkennen

Noch eine Zumutung
Doch Mut steht der Verzagtheit im Wege
Ich bin der Schöpfer meiner Umstände
Und das Schicksal ist weder blind
Noch ungerecht

Der Henker damals erlebte
An Seinem Deliquenten
Einen heilsamen heiligen
Unvergesslichen Augenblick

Die Flamme der Würde
Brennt unlöschbar als Ewiges Licht
Im Dunkel hell und klar
Rein und wahr

 

 

 

 

 

 

 

 

Ein Tag

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Dieser Tag
Ein Leben
Eine Welt
Neigt sich dem Ende zu
Müde der Körper
Die Seele reich
Der Geist verlebendigt

Was geschah
Ich liebte
Und wurde geliebt

Mehr braucht Es nicht
Denn dies ist alles

Gute Nacht
Ich gehe jetzt dahin
Dort mit den Engeln
Kaffee trinken oder Tee

Träume weit und tief
Reise wohin Dein Herz sich sehnt
Nachts sind Deinem Wollen Flügel verliehen
So wie ein Pferd tags Seinen Menschen im Sattel trägt
Danach frei sich ergeht

Sternenkinder funkeln am Abendhimmel
Und Glühwürmchen geistern durch den Garten
So zünde auch ich
Die Lmpe der Dankbarkeit an
Hänge Sie an das Firmament
Links oben etwas weiter da rechts
Siehst Du Sie leuchten
Gut war dieser Tag
Gütig die Nacht

 

 

 

 

 

Veitstanz

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Auf dem Odeonsplatz
Vor der Feldherrenhalle
Dem Weiheort des NS Kultes
Der mythischen Gedenkstätte
Der Blutopfer des gescheiterten Putsches

Ein Arkordeonspieler
Klesmamusik
Ich tanze

Es tanzen mich
Der Schmerz
Die Freude
Ost und West
Täter und Opfer
Die braune Vergangenheit
Die lichte Gegenwart
Und die Goldene Zukunft

Menschen bleiben stehen
Stumm staunen fotografieren
Ich tanze um mein Leben
Auch ein Überlebender
Übriggebliebener
Aussteiger einstens
Einsteiger jetzt

Meine Schuhe drücken
Ich habe vergessen
Sie auszuziehen
Mein Atem geht schwer
Raucher der ich bin

Dann ist Es vorbei
Ich blicke dem Spieler
Einem Slawen dankbar in die Augen
Lege etwas in seinen Koffer

Verlasse die verletzte Stätte
Jetzt geheilt

 

 

 

 

 

 

 

Deine Freiheit

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Wenn Du ja DU
Die Freiheit tief verehrst
Sie sehnsüchtig begehrst
Inbrünstig herbeisehnst
Dann wisse glaube mir
Ich selber habe Es erlebt

Zuallererst
Befreie Dich

Denn als Gefangener
Wessen und von wem
Auch immer
Bist Du nur ein Verletzter
Verletzender lautloses Gewimmer

So Du Dich heilst
Und alles und alle
Die Dir je Leid und Schmerz
Zufügten oder wollten
Scheinbar oder auch wahr

Gib Sie frei vergebend klar
Dir selbst verzeihe auf immer
Groll Rachsucht Vorwurf
Halten fest Dein Schmerz
Wird dadurch nur schlimmer

Da dort
In jenem leeren Raum
Zwischen Leid und Freude
Liegt das Land der Freiheit
Unser aller Traum
Herzland seit Alters her mit Namen
Milde Achtsamkeit Sanftmut
Sind dafür nährend Samen

Verschenke verstreue Sie
Rechne weder Dankbarkeit noch Lohn
Lieben ist federleicht
Frei aller Frohn

 

 

 

Gewidmet

Allen Gefangenen
Leidtragenden
Kerkermeistern Ihrer eigenen Angst
Kaspar Hauser
Depressiven
Resignierten
Mutlosen
Verzweifelten
Friedensengeln in Berlin und München
Hunden ohne Leine
Singvögeln in Käfigen
Und Spatzen auf dem Dach

Für Neo in der „Matrix“

 

 

 

 

 

Auf ein Wort

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Wenn Deiner Sprache Klang wie Musik
Deiner Worte Stimmung Poesie
Sind die Geliebte und der Geliebte
Allzeit in Dir
Verehelicht allhier