Archiv der Kategorie: Willkommen

Deutschlands Traum

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Ein Mensch saß gesammelt an Seinem Tische
Stift Blatt und Papier fein säuberlich bereit
Der Musen Kuss ward Ihm gehaucht

Zu Schreiben Dichten feurig mit Herzensblut
Doch ach der Mensch lebt in einem Lande
Der Denker und Dichter ehemals benannt

Und Deutsche Leitkultur ward oft beschworen
Doch nie vernahm Er was Sie denn nun sei
Er dachte also als ein treuer Deutscher tief

Das Dichten käme denn noch einerlei
So sitz Er heute noch nach vielen Jahren
Der Bart schon längst am Boden kriecht

Das Blatt bedeckt von Staub und Toten Fliegen
Die Hand verknöchert um den Stift gekrallt
Doch lesen wir was Seine letzten Worte waren

Ein andermal zu einer Neuen Goldnen Zeit
Da frischer Wind in muffigen Amtsstuben
Und Kinderlachen durch die stillen Straßen hallt

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Rückblick

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Die Rückwärtsgewandten sind vergangenheitsbewusst
Denn das was war bildet den Humus der Geschichte
Für das lebendige Heute also Dich und mich

Und der Blick auf das Gewesene
Mag schuldbeladen schamerfüllt bitter
Oder romantisiert verklärend sein

Wirklichkeit ist allemal die Wirksamkeit
Des geistig seelischen Ringens
Um die Seelen und den Geist

Der Menschheit also Dich und mich
Denn dies allein ist die wahre Geschichte
Verpassten oder gelebten Liebens

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Siehe !

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Siehe ich habe das Haus gereinigt
Und frische Blumen in die Vase gestellt
Doch Sie hausen in Villen und Bungalows

Siehe ich habe frisches Essen gekocht
Doch Sie verschlingen Schnellverzehrnahrung
Giftgespritzt und kunstgedüngt normiert

Siehe ich habe das Bett frisch bezogen
Doch Sie wälzen sich unruhig  des Nachts
Von fiebrigen Angstträumen geplagt

Siehe meine Türe steht offen
Doch Sie filmen den Gast vor der versperrten Tür
Und reden über eine Sprechanlage argwöhnend

Siehe Musikanten sind bestellt zum Tanze
Doch Sie tragen Ohrstöpsel
Und beschallen sich ohne der Vögel Lieder vernehmend

Siehe ich schenke Ihnen meine Liebe
Doch Sie denken dabei nur an körperliche Vereinigung
Derweil Ihre Seele umherfliegt und Ihr Geist unbehaust brennt

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Reichtum

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Ich könnte Dich ertränken in Massen von Geld
Wie Dagobert Duck doch bliebest Du
Darin armseelig seelisch und geistig tot

Dein Reichtum ist aus dem Nichts zu erschaffen
Nichts ist ja nicht nichts dafür alles ermöglichend
Spielerisch zauberst Du ein Lächeln

Auf dem Altar Deines Antlitzes hervor
Verschenkend Deinem maskenhaft erstarrtem Publikum
Und den Verstummten sprichts Du Worte

Von Balsam Myrrhe und Rosenduft
Die Sie von Deinen Lippen saugen
Gerettete vor dem Verdursten jedes Tröpfchen trinkend noch

Ach dann den Gelähmten bezeugst Du Herzblut
Mit all Deinem Tun und ja Lassen staunend
Das das Leben eine Werkstatt und Bühne des Liebens nur ist

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Praktisches Erleben

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Die Wirklichkeit holt die Realität ab
Auf den Fuß den kleinen Zeh haarfein
Auf die Stunde Minute und Sekunde

Ich saß im sonnigen Garten
Orhan Pamuk Rot ist mein Name lesend
Als ein silberhaariger bärtiger Pferdeschweifträger

Über die Wiese auf mich zukam
Bleib sitzen lächelnd
Ich stehe auf Ihn begrüßend

Werner erzählt über einen gemeinsamen Freund
Deren letztes Geschäft mißlich lief
Ich vertrete den Ausgleich für beide

Werner erzählt von einer Trennung
Die Frau beanspruchte die Hälfte eine Erbstückes
Von Seiner Tante einen alten Eichenschrank

Werner nahm die Motorsäge und zersägte den Schrank
Etwas größer großzügig der Teil für Sie
Ich sprach das war Dein juristischer Triumpf

Doch Dein menschliches Versagen von Menschlichkeit
Das Erbstück zerstört die Frau verstört
Gib Ihr den Ganzen Schrank und heil ist das Leben in Liebe

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Dir Weltenkind

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Jedes Menschenwesen ist
Dir Spiegel Deiner selbst
Was Du in Ihm siehst

Zu Ihm hin empfindest
Sei Es Ablehnung Hass Verachtung
Also Angst Sorge und Furcht

Oder anerkennendes Mitfühlen Wertschätzung
Bis zur Bewusstheit der Großen Menschheitsfamilie
Daher ist der öffentliche Raum

Ein Spiegelkabinett ein Panoptikum
Der Erfahrung tiefst innerlicher
Selbstentfremdung oder liebenden
Mit und Füreinanderseins

 

 

 

 

Geschrieben in der Münchner Straßenbahn

 

 

 

 

 

Der Baum des Lebens

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In den Mythen des Nordens
Wie auch in der Orientalischen Tradition
Kennen wir Ygdrasil die Weltenesche

Und im Garten Eden als auch dem Paradies
Stehen der Baum des Lebens und
Der Baum der Erkenntnis der Dualität

Was habe ich mit dem alten Kram zu schaffen
Märchen Legenden Mythen sind überholt
Spricht verachtend hochmütig der Intellekt

In Dir in mir sind jene Bäume
Als die zwei Nervensysteme
Ida und Pingala Ananias und Saphira

Das willkürliche und das unwillkürliche
Feinst verästelte sich verzweigende
Entlang der Wirbelsäule verlaufende Systeme

Und der Strom des Lebens Aderngewebe
Atemluft Sauerstoff  zum Herzen hin
Und das Verbrauchte hinwegführende Blut

Ja das Leben ist wissenschaftlich rational kalt
Und mythisch empfunden erkennend erschaut
Mit dem Herzen besehn einfach märchenhaft schön

 

 

 

 

 

 

 

Demut

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Ja ich nehme Dir die Angst hinweg
Jene Furcht derer die sich gedemütigt
Haben lassen denn siehe Du bist

Für Sie nur eine Quelle frischen Blutes
Ein Rohstofflieferant für parasitäre
Lebensenergie gewesen aus und vorbei

Ist denn der Akademiker mehr
Denn der handwerkende Arbeiter
Wie kann sich der Wagen über das Rad stellen

Ist denn die Treppe höher
Denn der Stufen eine die Sie erst bildet
Und höhnt die Tür des Hauses je die Treppe

Wer des Geringsten Eines verachtet
Verachtet alles Lebendige
Ja das Leben sich selbst

Denn das Leben ist Lieben
Und wer ein König eine Königin
Sein will ist der Diener Aller

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Sehnsucht

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Sie sagen Dir eiskalt
Hunger Appetit sei genüsslicher als Sättigung
Begierde Wolllust gailer denn Befriedigung

Der Weg sei das Ziel wird behauptet
Weil spannender denn das Erreichen
Dabei entlarvt sich nur die Ziellosigkeit

Sie erklären Freien Werben ist reizvoller
Denn sich schenkend bekennend verbinden
Aus Angst die Wahrheit komme ans Licht

Sie verbreiten Sehnsucht sei eine Sucht
Dabei ist der Suchende nur die Gefahr Gestohlens
Verloren Geglaubtes wieder zu findend

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Vollendung

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Wenn Du o Menschenkind
Den Sturzflug eines Adlers

Mit der gleichen Gelassenheit
Wie das Kriechen eines Wurmes

Durch die feuchte Erde erlebst
Dann bist Du vollendet