Archiv der Kategorie: Willkommen

Der Stumme

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Durch einen Schock
Bin ich für immer verstummt
Und so sprechen die Steine an meiner statt für Dich

Durch all die Lügenhaftigkeit unsäglich ermüdet
Schweige auch ich mundtot gemacht
Und die Blumen sprechen nun für Dich

Durch die weltumklammernde Angst vor der Wahrheit
Habe ich die Sonne angefleht das Sie Es Euch zeige
Mächtig und groß ins Blau des Himmels geschrieben

Und ich stammle Ihr nach
Weißes Gewölk schäfchenwatteweich
Formen das Wort    Lieben

 

 

 

 

 

Der Geschichtenerzähler

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Es war einmal oder wird erst noch sein
Ein alter Mann oder frischer Jüngling
Der erzählte allerlei Geschichten

Und zwar so das Jung und Alt
Männlein und Weiblein
Einfach oder klug

Allüberall zusammenströmten
Wo die Flüsterpost ankündigte
Das Er dann da und dort sei

Und während Ihm Seine Worte
Entglitten wie Fischlein im Bach
Seine Sprache alle erhob wie Schwalbenflug

Stand die Zeit still
Und die Augen wurden groß
Manche verschlossen Sie

Um die Bilder noch deutlicher
Sehen und empfinden zu können
Die Münder standen offen

Und die Zunge leckte die Lippen
Als sei Es süßer Honig
Der ach so köstlich munde

Wenn dann das letzte Wort verhallt
Blieb Es noch still wie im Walde
Wenn Nachts ein Reh Sein Kitz gebärt

Und die Menschen gingen in Ihre Häuser
Wie als betreten Sie einen Palast
Seien selber Königin und König

Wie die Arbeit des Tages selber
Als ein Dienst ein Dienen wurde
Dem Edlen Wahren und Gutem

Und der Geschichtenerzähler
Endete immer damit zu verkünden
Das alles Leben und selbst der Tod

Nur gedachte empfundene und mit
Dem Feuer des Willens erfundene
Geschichten des Liebens sind

 

 

 

 

Deutsche Größe

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Das ist nicht des Deutschen Größe
Obzusiegen mit dem Schwet
In das Geisterreich zu dringen
Männlich mit dem Wahn zu ringen
Das ist seines Eifers wert.

Schwere Ketten drücken alle
Völker auf dem Erdenkreis
Als der deutshe sie zerbrach
Fehde bot dem Vatikane
Krieg ankündigte dem Wahne
Der die ganze Welt bestach

Höhern Sieg hat der errungen
Der der Wahrheit Blitz geschwungen
Der die Geister selbst befreit

Freiheit der Vernunft erfechten
heißt für alle Völker rechten
Gilt für alle ewge Zeit

Friedrich von Schiller`s Gedichtfragment

Das der Intellekt auf seinen Platz verwiesen
Nur was praktisch nützlich sei
Fühlend mitempfinden adelt und läßt frei

Gott ist uns kein alter Mann mehr
Göttin jedes Weib aller Eltern Kind
Gottheit allem Wesen eigen das Ich bin
Hierin heilger wahrer allverbindend Sinn

Sieh der Sonne schenkend Wonne
Das dem kalten Mond gebricht
Du und ich und wir vereinet
Strahlenkinder Weltenlicht

 

Bescheiden dankbar heute hier ergänzt

Philosophie

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Ich habe Philosophie Juristerei
Und ach Theologie studiert unakademisch
Faustisch allemal goetheanisch zutiefst

Und Kants Imperativ also Befehlsform
Als faschistisch erkannt denn wenn
Mein Handeln die Maxime also Vorgabe

Aller Menschen Handlung sein solle
Was dann wenn ich Auswandern will
Deutschland verlassen und alle Deutsche

Ihr Vatermutterland veröden so das
Nur die Flüchtlinge Asylanten Migranten
Neubürger Fachkräfte hier verweilen

Oder Schopenhauer Die Welt als Wille
Ja schaue doch was Jener will
Das widerwillt ein Anderer

Zuletzt vor Gericht am Ende
Führen Sie denn Krieg
Auf das der Eine dem Anderen

Seinen Willen breche eigenen aufzwinge
Nein ich verkünde den Menschenwesen die Welt
Als Empfindung Gefühl Mitgefühl Lieben

 

 

 

 

 

Das Gastgeschenk

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Im Orient und anderswo
Ist es Brauch ein Gastgeschenk
Anläßlich einer Einladung mitzubringen

Was für manche Geladene eine schwierige
Entscheidung darstellen kann
Pralinen eine Flasche Sekt gar ein Buch

Tankstellenblumen wenn fast vergessen
Ach aman O welch ein Duft
Deine Herzensblüte hinverschenkt

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Gesang

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Alles Leben ist Gesang
Selbst die Stille der Nacht
Tönt mythische Verborgenheit

Und der Muezzin ruft in die Welt
Seine klagende unerfüllte Sehnsucht
Und über Lautsprecher allen Schmerz

Wie das Dröhnen und Lärmen der Stadt
Dem Sklavengesang auf den Plantagen
Gewichen ist und ein kleines Kind

In Seinem selbstvergessenem Singsang
Seinem Herzen eine Stimme verleiht
Mutter Erde und Vater Himmel liebt

 

 

 

 

 

 

 

 

Ich bin

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Ich bin ein Unterpfand des Himmels an die Erde
Doch nur wenige Menschenwesen
Haben Es bisher eingelöst

Ich bin das Zünglein an der Waage
Der Tropfen der das Faß überlaufen läßt
Der Funke dessen das Feuer bedarf

Ich bin der kritische Massepartikel
Der Es verhindert oder geschehen läßt
Das Sandkorn das den Strand vollendet

Ich bin der Sandkasten und das Förmchen
Meines Spieles und der Künstler
Inspirierter Gestaltungskraft

Ich bin der Spiegel der Fratze der Angst
Und die pollierte Wahrnehmung
Deiner leuchtenden Augen die in Liebe brennen

Ich bin Du
Du bist ich
Wir sind eins

 

 

 

 

 

Deutschlands Traum

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Ein Mensch saß gesammelt an Seinem Tische
Stift Blatt und Papier fein säuberlich bereit
Der Musen Kuss ward Ihm gehaucht

Zu Schreiben Dichten feurig mit Herzensblut
Doch ach der Mensch lebt in einem Lande
Der Denker und Dichter ehemals benannt

Und Deutsche Leitkultur ward oft beschworen
Doch nie vernahm Er was Sie denn nun sei
Er dachte also als ein treuer Deutscher tief

Das Dichten käme denn noch einerlei
So sitz Er heute noch nach vielen Jahren
Der Bart schon längst am Boden kriecht

Das Blatt bedeckt von Staub und Toten Fliegen
Die Hand verknöchert um den Stift gekrallt
Doch lesen wir was Seine letzten Worte waren

Ein andermal zu einer Neuen Goldnen Zeit
Da frischer Wind in muffigen Amtsstuben
Und Kinderlachen durch die stillen Straßen hallt

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Rückblick

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Die Rückwärtsgewandten sind vergangenheitsbewusst
Denn das was war bildet den Humus der Geschichte
Für das lebendige Heute also Dich und mich

Und der Blick auf das Gewesene
Mag schuldbeladen schamerfüllt bitter
Oder romantisiert verklärend sein

Wirklichkeit ist allemal die Wirksamkeit
Des geistig seelischen Ringens
Um die Seelen und den Geist

Der Menschheit also Dich und mich
Denn dies allein ist die wahre Geschichte
Verpassten oder gelebten Liebens

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Siehe !

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Siehe ich habe das Haus gereinigt
Und frische Blumen in die Vase gestellt
Doch Sie hausen in Villen und Bungalows

Siehe ich habe frisches Essen gekocht
Doch Sie verschlingen Schnellverzehrnahrung
Giftgespritzt und kunstgedüngt normiert

Siehe ich habe das Bett frisch bezogen
Doch Sie wälzen sich unruhig  des Nachts
Von fiebrigen Angstträumen geplagt

Siehe meine Türe steht offen
Doch Sie filmen den Gast vor der versperrten Tür
Und reden über eine Sprechanlage argwöhnend

Siehe Musikanten sind bestellt zum Tanze
Doch Sie tragen Ohrstöpsel
Und beschallen sich ohne der Vögel Lieder vernehmend

Siehe ich schenke Ihnen meine Liebe
Doch Sie denken dabei nur an körperliche Vereinigung
Derweil Ihre Seele umherfliegt und Ihr Geist unbehaust brennt