Archiv der Kategorie: Willkommen

Sehen

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Alles was ich sehe
Bist nur Du

Und wenn ich das
Nicht einsehe

Bin ich blind
Und blende Dich

Weil jedes zugleich Alles ist
Muß ich Es verdichten

Um mit Dir zu sprechen
Zerstöre ich das Heilige Schweigen

Jene Stille die von Allem tönt
Spricht nur von Dir dem Geliebten

 

 

 

 

 

 

 

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Der letzte Tag

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Im Deutschen gibt Es die Sprachweisheit
Lebe jeden Tag so als ob Es Dein letzter sei
Das tat ich heute

Morgens schlief ich länger
Rasierte mich nicht
Ging zum Frühstücken in ein Cafe

Las dann die dort ausliegende Zeitung
Was mir bei der einseitig pessimistischen
Negativberichterstattung bald verleidet war

Dann besuchte ich eine Kunstausstellung
Sprach mit mir unbekannten Menschen
Obwohl wir uns alle aus dem Paradies kennen

Ging Mittagessen zu einem Inder
Dann in das Müllersche Volksbad
Saunen und Dampfbaden

Nahm Kaffee und Kuchen im Hinterhofcafe ein
Und besuchte ein Lichtspieltheater
Dessen Film jedem Säugling die Lust auf Leben verdarb

Mit vollem Magen wollte ich nicht sterben
So suchte ich mir im Park einen Baum
Mit erreichbar dickem Ast

Kramte mein Hanfsail aus dem Dritteweltrucksack
Verbrachte den Henkersknoten
Und wollte gerade von dieser Welt scheiden

Da sah ich erlebte ich fühlte ich
So etwas Unbekanntes wie Frieden in mir
Und ging still vergnügt entspannt nach Hause

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Bunt

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Ich liebe das Rot der Tomaten
Mancher Frauen Lippenstift
Und wenn sattes Grün brünftig

In das Himmelblauen strömt
Gelbes macht mich rot
Und Bläue sänftigt mich

Lila klingt vergehenden Wandel an
Sphärisch entrückt erhöht
Schwarz ist keiner Erwähnung wert

Und Weiß o ja der Lilien
Der Rosen eine beide Engel
Ich bin ein Farbiger ein bunter Hund

 

 

 

 

 

 

Realität

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Realität ein Fremdwort
Lateinisch jener toten Sprache eines
Militärweltimperiums Roma Amor
Entlehnt soll Wirklichkeit bedeuten

Ist das was Wir um uns herum sehen
Wirklich wahr oder Maya Täuschung
Real ist was der Mensch erschaffen

Festungen Faustkeile Nashornflöten
Burgen Bunker Klöster Kirchen Gefängnisse
Synagogen Moscheen Tempel Supermärkte

Was reine Natur ist nicht real
Das ist gewirkte Wirklichkeit
Schöpfer der Not sind Wir nur erfinderisch

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Bei den Göttern

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Heute endlich
Nach langem Ringen
Drang ich zu den Göttern vor

Den Himmlischen den Vergessenen
Verleugnet und verfehmt
Von Wissenschaft und Religion

Gefastet Schlafentzug Drogen
Extatischer Tanz und verzückender Gesang
Nichts fruchtete doch dann öffnete sich das Portal

Der Dienerengel Einer
Was ist Dein Begehr Erdling
Und ich trug Es vor

Da führte Er mich in einen Saal
Der wändelos reiner Sphärenraum
Leuchtend schwingend Licht

Verklärt so unsichtbar
Eine Stimme machtvoll sprach
Sei mir willkommen Todesmutiger

Lange schon sahen Wir Dein Tun
Nun da Alles endet
Auf das Neues werde sprich

Seid mir gegrüßt
Ich bitte nicht für mich
Doch das der Menschen Herz erwache

Da erwachte ich
Und eine tiefe Traurigkeit
Und eine hohe Freude erfüllten mich

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wissenschaft

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Sie verkünden als sei Es wahr
So intellektualisierte einst spekulativ
Ein Jesuit Am Anfang war der Urknall

Und die natürliche Weisheit lehrt
Aus täglicher Lebenserfahrung
Aller Anfang ist ein gehauchter Kuß

Du seiest ein ursacheloses Aminosäuereprodukt
Des zufällig entstandenen Universums
Und diese Lüge fällt auf Ihre Urheber zurück

Dein Geist ist die Göttliche Quelle
Deine Seele der Engelwelt anverbunden
Und Dein Körper dem Tierreich entlehnt

 

 

 

 

 

 

 

Die Hellfühlende

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Es war eine Seele
Ob Mann ob Frau
Beiderlei und einerlei

Die fühlte was ein Mensch empfand
Na wie geht Es Dir
Gut klar alles bestens

Und nahm doch die Lüge wahr
Den Selbstbetrug unterdrückter Wut
Die abgrundtiefe Angst und bleierne Trauer

So das die Menschen einander verwirrten
Statt sich verbindend trennten verloren
Aus Angst wahrhaftig abgelehnt zu sein

Gefühle sind die Gewürze lebendiger Körperlichkeit
Die Jahreszeiten der Seele wechselndes Kleid
Und die klingenden Farben jeglicher Begeisterung

 

 

 

 

 

 

 

Der Dichter

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Es war einmal einer Seele Kind
Das wurde in einem Lande geboren
Wollte darin das Licht der Welt erblicken
Welches benannt Volk der Denker und Dichter zu sein

Und wie Es heranwuchs und reifte
Erwachsen wurde völlig unfreif
Entdeckte Es das hier nur intellektualisiert
Spekuliert und fantasiert wurde

Da wollte Es erforschen
Wie sich dies zusammen verhält
Und lernte das Leben kräftig kennen
Von außen und mitten innendrinnen

Dann später im reiferen Alter
Eröffnete der Mensch der kaum sich wagte
Einen Deutschen zu nennen einen kleinen Laden
Darin verfertigte Er Gedichte Poesie und Lyrik

Weil wie ja auch ein Bäcker und Koch
Seiner Werke Künste nicht alleine
Verspeißen kann bietet Er Sie wohlfeil an
Denn ein Handwerker muß seinen Brotlohn erhalten

Heute hängt ein Pappschild an der Ladentür
Weil die Deutschen öffentlich verhungern
Bin ich nach Afrika ausgewandert
In Ägypten zeichne ich  für Touristen Hyroglyphen

 

 

 

 

 

 

Meisterbewusstsein

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Das Meisterbewusstsein
Ist die Herzenskraft

Der Geselle der Wille
Eindeutig Wohlbdacht

Und der Lehrling
Das Bewusstsein geisterfüllt
Liebend praktisch angewandt

Alle drei verbunden
Einzig ganz und gar
Wird jede Handlung
Ein Meisterstück fürwahr

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Gast

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Am Anfang war der Schoß meiner Mutter
Dort neun Monate in Ihrem Leib zu Gast
Darauf ein Krankenehausaufenthalt

Geburt genannt offensichtlich
Eine Kränkung
Und eine Mansardenwohnung

Ohne Bad und Toilette für die
Nächsten zehn Jahre
Bis der Umzug Witzlebenstraße

In ein Hochhaus hell sechster Stock
Erfolgte Witzleben wurde mir
Erst in München bekannt ein älterer Herr

Vor dem Volksgerichtshof ohne Gürtel
Und Hosenträger zusammengeschrieen hingerichtet
Zwanzig Jahre Gast in Nürnberg

Ohne Schulunterricht über die NS Zeit
Ohne das Kind Europas Kaspar Hauser
In Heimatkunde erwähnt gewürdigt

Umzug in die erste WG Gast bei
Drei Sozialpädagogigstudenten
Dann Zwangsdienst zivieler Ungehorsam

Gästeszimmer Markt Schwaben Altenpflegeheim
WG Erlangen Hugenottenstadt
Hausbesetzung Gast in leerstehendem Altbau

Ehemalige Werkstadt ohne WC und Wasser
Zimmer in Wohnung ehemaliger Kasere
WG in altem Fachwerkhaus denkmalgeschützt

Poxdorf auf dem Land
Goethstraße Erlangen zwei Ehepaare WG
Mit erstem Kind Konflikt Umzug

Langemarkplatz Walter Flexstraße
Baden Würhemberg Calw
München Kellergästezimmer

Hinterhaus eineinhalb Zimmer
Fünfköpfige Familie
Grünwald Haus mit Garten

Andechs Mansardenwohnung
Feldafing Untermieter
Kempfenhausen Klinikwohnbarackenzimmer

Starnberg Souterrainzimmer
Bernried Wohngelegenheit
Appartment Starnberger Krankenhaus

Wörthsee Steinebach Untermieter
Hauptmieter Breitbrunn Ammersee
Kündigung Eigenbedarfslüge

Seefeld Mansardenwohnung
Wörthsee Wochendendhaus mit Garten
Wohnwagen steht im Garten

Obdachloser Wohnungsloser
Heimatloser Unseßhafter
Hier in meines Herzens Gast

Und so Du dies nicht hast
Dieses stirb und werde
Bist Du noch ein trüber Gast
Auf der zu durchlichtenden Erde

 

 

 

 

 

Dem Dichterfürsten
Jahann Wolfgang von Goethe
In dankbarer Verehrung zugewidtmet