Archiv der Kategorie: Poesie

Der Wanderer

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Ein Mensch den Sehnsucht in den Schuhen brennt
Begab sich eines Tages schicksalswohlgeführt
Auf Schusters Rappen in einen nahen fernen Wald

Ganz gebannt ward er was ihn umfing
An stillem unergründgem Sein
Doch keinesfalls hat er das Gefühl

Er sei hier weltverloren ganz allein
Der Vögel Sang der Tiere Rascheln
Das Knacken unter seinem Schritt

Doch wie war da nicht ein Schatten
Wohl eher ein scheues Reh im Tritt
Da sieh was war das neben ihm

An einem Bächlein sah er eine Undine
Und in den lauen Lüften Sylphen ihren Reigen tanzen
Schon glaubte er nicht ganz bei Sinnen

Als ihm ein Zwerg den Weg gekreuzt
Und hinter altem Wurzelstrunk ein Wichtel
Alt und zeitlos weise tief verbeugt

Da nun ein Lichtstrahl in den Zweigen spielte
Sah er was nur noch Kinder schauen dürfen
Und in den alten Büchern wohl gemalt

Eine Fee die schwebend gleitend
Ihm huldvoll engelgleiches Lächeln schenkt
Beglückt setzt sich der Mensch sein

Abgefallenes Hütchen auf und seufzt
Das ihm solch unerhofftes Wanderglück
Er barg es wohl in seinem Busen herzverzückt

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Der Deutsche Wald

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Ein Mensch ganz  ähnlich so wie Du und ich
Ob Weib ob Mann wer kann es wissen
Wer war dabei wer hats gesehn

Ging eines schönen Tages aus dem Hause
In stiller Waldeslust sich zu erfreuen
Doch ach ein Schild Privat Betreten verboten

Verwehrte ihm den Fuß so schritt er weiter hin
Und fand sich abermals Militärisches Sperrgebiet
Kein Zutritt  Lebensgefahr arg vor den Kopf gestoßen

Sodann sah er in ferner Nähe
Ein Wäldchen Baum um Baum in Reih und Glied
Ach was ein Graus schnell hier heraus

Und unverzagt schritt wohlgemut aufs Neue
Er hinan und fand sich staunend in einem
Märchenwalde wieder da alles wie am Ursprung

Wild  belassen und schmerzlich ward Ihm inne
Das Märchen heute als brutal und inhuman
Der Kinder Seel und Geist meistens verhohlen

Der Wanderer ward nimmer mehr gesehn
Doch dies sei Dir verschmitzt versichert
Ist nun ein andres Märchen nächstes Mal

 

 

 

 

 

 

 

 

Deutschlands Traum

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Ein Mensch saß gesammelt an Seinem Tische
Stift Blatt und Papier fein säuberlich bereit
Der Musen Kuss ward Ihm gehaucht

Zu Schreiben Dichten feurig mit Herzensblut
Doch ach der Mensch lebt in einem Lande
Der Denker und Dichter ehemals benannt

Und Deutsche Leitkultur ward oft beschworen
Doch nie vernahm Er was Sie denn nun sei
Er dachte also als ein treuer Deutscher tief

Das Dichten käme denn noch einerlei
So sitz Er heute noch nach vielen Jahren
Der Bart schon längst am Boden kriecht

Das Blatt bedeckt von Staub und Toten Fliegen
Die Hand verknöchert um den Stift gekrallt
Doch lesen wir was Seine letzten Worte waren

Ein andermal zu einer Neuen Goldnen Zeit
Da frischer Wind in muffigen Amtsstuben
Und Kinderlachen durch die stillen Straßen hallt

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Von den letzten Dingen

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Die letzten Dinge werden verrosten
Zerfallen zerbröselt zu Staub vergehn
Über die letzten Wirkungen

Kann naturgemäß gesagt werden
Das geschehen wird was ursachend gesetzt
Schicksal eben wie es sich gerade jetzt vollzieht

 

 

 

 

 

 

Blicken

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Das was ist ist einfach das was Es ist
Scheinbar gänzlich auch ohne mich
Und indem ich erst darauf blicke

Erschaffe ich Bedeutung
Wirksamkeit und Sinn
Im Hinblick des Liebens

 

 

 

 

 

 

 

 

Durchblick

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Ein Menschenwesen so wie Du und ich
Sprach eines Tages sichtlich genervt
Ich blicke in all dem Chaos nicht mehr durch

Und beschloss in die Welt zu ziehen
Das Wahre Gute und Schöne zu finden
Dabei entdeckte dies Wesen mancherlei

Wahrheiten die eine Lüge einen Betrug
Eine Verschwörung Intriege und Komplott
Enthüllten und  entdeckt bloßstellten

Und immer noch suchend die eine
Einzige erste ja die Quelle selbst
Fand sich in allem einfach liebend sein

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Einweihung

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Wenn ein Finsterling einem Schatten eröffnet
Ich weihe Dich jetzt in ein Geheimnis ein
Dann ist dies der Verrat an der Liebe

Denn Liebe enthüllt jedes Geheimnis
Bedarf dessen nicht ist selber Licht
Du bist eingeweiht immerda so Du liebst

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Erleuchtung

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Es gibt suchende Menschen die jahrelang
Hatha Yoga oder Kundalini Yoga üben
Ein Mantra wie OM singend Chanten

Andere lassen sich am dritten Auge
Dem Farbpunkt der Hindus von einem
Meister Guru oder Heiligen berühren

Du bist erleuchtet wenn Dir alles
Soffliche sich schenkendes verdichtetes
Licht und alles Seelische irgenwie geartetes Lieben ist

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Sehen

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Der schlafende Mensch sieht allerlei Zeug
Eine Paar Schuhe Personen das Wetter
Und fühlt dabei eher Unbehagen denn Wonne

Der wache Mensch sieht in den Schuhen
Einen Menschen der ein Geheimnis verkörpert
Und in den Personen Seine Menschengeschwister

Auf der Suche das Rätsel zu lüften wie Er selbst
Dabei träges Unbehagen in Wohlwollen verwandelnd
Wie nach einem Regen wieder lachend die Sonne scheint

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Einsicht

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Weltverloren Seinsvergessen
Wird das Leben immer uneinsichtbarer
Bei und in Dir wird alles wieder eins

Die Schnecke ist vollendet
Gelassen gleitet Sie dahin
Alles ist Ihr vollendete Zeit

Gesteigert nimmst Du eine Nacktschnecke wahr
Schutzlos ohne Haus gleitet Sie in sich ruhend dahin
Ihre Fühler zart bewegend eins mit sich

Schwalben sirren durch die Lüfte
Kaum vermag das Auge Ihrer Kunst zu folgen
Sei wie der Schnecken eine schwalbengleich