Archiv der Kategorie: Muse

Die Suppe

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Sie sagten ich hätte die Suppe versalzen
Also müsse ich sie auch auslöffeln
Letztlich ist dies ein Kompliment
Denn wenn der Koch verliebt
Er die Suppe versalzt versiebt

Die Suppe werde nicht so heiß gegessen
Wie sie gekocht
Also hatte ich zu warten bis sie abgekühlt

Als die Dampfschleier zarter wurden
Sprang ich hinein
Und schwamm darinnen umher tauchte unter
Und siehe da es war eine Buchstabensuppe

ABC bis Z
Und so hatte ich zu tun
Denn all die Buchstaben wollten Worte werden
Und die Worte Sinn und Reim

Eines Tages war alles zu Sprache geworden und
Ich blickte entspannt über den Tellerrand
Da lag ein großer Löffel umgekehrt abgelegt
Und somit konnte ich die Suppe
Doch nicht auslöffeln

Entmutigt sank ich auf den Tellergrund
Und siehe da
Es war eine Sternchensuppe geworden
Und des Nachts leuchteten die Silberlichter
Durch das Küchenfenster herein

Und all meine Sternchen schwebten hinauf
Zu ihnen hin ans Himmelszelt
Und ich sprang flugs auf eines
Und wurde enthoben mit
Salzigen Freudentränen im Augenlicht

 

 

 

 

 

 

 

 

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Tags

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Tags schreibe ich in mein Herz
Baum des Lebens und Sonne

Dann trete ich vor die Türe
Und pflücke vom Baum der Erkenntnis
Die Früchte zu Weisheit sternengreift

Lege Sie in die Obstschale
Farbenfroh anzusehen
Wie das Leben selbst
Und süß wie alles Liebende

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Liebende

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Himmlisches Kind und Erdentochter
Bin ich weder häßlich noch schön
Zeitlos nicht alt noch jung
Bin ungebildet weise
Ohne Geld mit allem Reichtum gesegnet

Eifersuchtfern allem hin treu
Meine Schminke sind die Blumen
Und mein Lippenstift die Kirschen
Nackt und mit aller Farben Pracht umhüllt

Hüte ich das Haus
Und bin doch ständig auf Reisen heimatlos
Beherberge und begleite
Den Geliebten in mir

 

 

 

 

 

 

 

Der Liebende

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Ich bin weder Mensch noch Tier
Wesenhaft allhier

Kein Mann noch Weib
Gefäß allein der Liebe Leib

Bin Kind und Greiß
Uralt und alterslos

Weder tot noch lebendig
Abgrundtief traurig

Und freudetrunken verrückt
Ekstatisch Himmlisch verzückt

Denn ich bin als reiner Tor
Der Geliebten anvermählt

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Zeitenwende

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Als ich meine altehrwürdige Standuhr aufziehen wollte
Und ich die Kette des Zuggewichtes gefüllt mit Sand
Hochzog versagte die Mechanik
Und das Läutwerk gongte unaufhörlich im Stakkato
So das ich das Gewicht auszuhängen gezwungen war

Zugleich spulten sich einander jagende Bilder
Vor meiner Seele ab
Ich stand unvermittelt in der Wüste
Dann im tropischen Regenwald
Jetzt versetzt in urbaner Betonwüstenei
In einem grölendem Fußballstadion mich wiederfindend
Auf einsamer Bergalm mutterseelenallein
Im U-Bahnschacht und auf einem Friedhof
Mitten im Kugelhagel eines Kriegsschauplatzes
Und im fröhlichen Lärmen eines Kindergartens

Zuletzt blieb die Zeit stehen
Und ich badete in einem Meer von Licht

 

 

 

 

 

 

Der gestohlene Himmel

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Die Tage kam ein Freund sorgenvoll
Ob die Angst Seine eigene oder eine Fremdangst sei
Ja Ihm selber gehe Es gut soweit jedoch
Also

Und Es werden Zeichen und Wunder am Himmel geschehen
Hologramme geoengineering  haarp chemtrails und maindcontrol

Die Luft zum Atmen
Der Himmel über uns

Ich sprach zu Ihm
Atme jene Angst ein
Und verwandele Sie in Dir
Lasse Sie über Deinen Herzensquell bereinigend fließen
Und atme reines Lieben aus
Das ist wahre Alchemie
Welch himmlisches Geschenk

 

 

 

 

Ergreifend

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Als wir auf den Erdenplan kamen
Ergriffen wir diese Welt
Nicht als eine gierige Seele
Wiewohl mit allen Sinnen

Ja steckten alles in den Mund
Es liebend verinnerlichend
Einverleibend verschmelzend
Mit Stock und Stein

Dann entrissen Sie uns jenem Paradieses
Und erklärten Sand und Erde seien Dreck
Später alles wimmele von bösen unsichtbaren
Kleinen gemeinen Tierchen
Den Bakterien und Viren
Und wir bekamen das Entsetzen

Wir erforschten unser Neues Zuhause
Jenen den Tieren entlehnten Körper
Dann entsetzten Sie sich und behaupteten
Das sei schmutzig und wir sollen uns schämen
Beschämt entfremdete sich das Kind von
Seinem erst neuem Spielgefährten
Wurde körperfern ja oft Feind

Zuletzt verkündeten Sie
Schwarze Männer der Teufel und ein zürnender
Gott sich HERR nennend bedrohen Dich
Daher sei wohlfeil nett und immer lieb
Sonst kommst Du in die ewige Hölle

Das wurde seitdem die alltägliche
Normierte Hölle jedweder Angst
Ergreifend oder angewidert
Stehen jene sich Erwachsene nennende
Vor Neugeborenen entzückt vor Kinderwägen
Ach ist das süß wie niedlich
Um Es alsbald zu verschlingen

Ich habe die Flucht ergriffen
Rettete mich
In den ursprünglichen Garten Eden
Meines immerfließenden Herzensquells

 

 

 

 

Existenz oder Sein

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Ich erlaube allem Seienden zu dürfen

Ich wünsche allem Seienden
Einander zu erlauben

Jetzt erst bin ich im Sein

 

 

 

 

Heute auf einem Käseholzschachtelboden gefunden
beim Aufräumen am 7.Januar 2010 verfasst

Als Komparse

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Wie Du suchst Wärme
Und fürchtest Dich zugleich
Vor dem Feuer

Lauer Liebhaber nur
Wirst Du Dich verbrennen an mir
Und die Asche fahl in Deinem Angesicht stehen

Was Du suchst Licht
Und ängstigst Dich vor den Flammen

Schale Liebabende Du
Wird Dich der Ruß verlöschender Kerzendochte schwärzen

Mich den Liebenden erschaust Du nur
So Du mein Skelett hinter all dem Fleische erblickst
Und da hindurch der Seele
Engelflügel leuchten

 

 

 

 

Der Sänger

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Ich singe Dir ein Lied
Stummer der Ich bin
Der Tauben einer

Dichte Dir Verse von Gold
Des Schreiben und Lesens unkundig
Vernimmt niemand was mit Blut geschrieben
Denn die Wolken tragen Es in den Himmel davon

Tanze für Dich
Lahmer der ich bin
Auf glühenden Kohlen
Und ein Wüstensturm spielt auf dazu

Sturzbäche meiner Tränen Flut
Lassen die verstaubten Wadis ergrünen
Und die Hyänen heulen Ihre weltverlorene
Trauer in das Sternenzelt der Nacht an meiner statt

Für Dich Geliebte
Ist mein Brautgeschenk
Eine Sternschnuppe
Die Dein duftendes Haar bekrönt

Jeder Sonnenstrahl
Sucht nach Dir
In der Verlorenheit der Zeit

Komm laß Dich finden
Denn ich sterbe in dem Feuer
Ungelebten Liebens aufgezehrt
Da da bist Du ja
Du meine Seele ach