Archiv der Kategorie: Lyrik

Fühlen

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Wie fühlt Es sich an ein Stein zu sein
Tragend fest gründend ruhig und schlafestrunken schwer
Allem Grund Struktur und Boden schenkend

Wie ist eines Baumes Pflanze Blume Fühlen
Strebend dehnend himmelwärts sich sehnend
Träumend bald ein Tier zu sein

Wie fühlt ein Tier seis Katze Hund und Pferd
Freudig bewegt ängstlich erwachend bestrebt der Menschenwelt
Schutz Suchend in Höhle Nest und Schneckenhaus

Wie erlebt der Mensch Sein Fühlen
Träge wie ein Stein sehnsuchtsvoll der Pflanze Ranken
Wild gezähmt und trauerschwer gleich dem ernsten Tier
Himmelhochjauchzend verliebt den Göttern gleich

 

 

 

 

 

 

 

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Wissen

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Wissen erkennen fühlen
Begreifen und tun ist weise sein
Wissen ist Macht in Tat

Wer weiß muß tun
Die Untat ist Ungetanes
Verweigertes wird Wissensgift

Im Bewusstsein bewusst seiend
Ist Freiheit allein darin
Das Tuen des Notwendigen

 

 

 

 

 

 

Parias

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Solange es in Indien die Kaste der Parias geben wird
Jener Unberührbaren die alle Brahmanen fürchten
Und letztendlich sich selbst verurteilend verachten

Solange Es hier in den sich christlich nennenden Ländern
Toilettenfrauen Müllmänner und Straßenkehrer gibt
Denen in die Augen zu schauen unter der Würde ist

Wird die Menschheit Frieden vergebens illusionieren
Der staatsgefährdende Syroarmenier damals bei den Juden
Brach diese Kasten Standesdünkel einfach liebend auf

 

 

 

 

 

Magie

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Heute gilt Magie als unwissenschaftlich
Und seitens der Religionen als heidnisch
Dabei ist Sie nur das Wirken

Mit unsichbaren Schwingungskräften
Wie drahtlose Sender Radar und Röntgen
Die magischste Wirkung ist das Sprechen

Du kannst meine Seele verdunkeln
Oder meinen Geist ansprechend erhellen
Redner Dichter Lehrer und Gesang

Wirken unmittelbar auf das ungeschützte Ohr
Finden Eingang in meinen Körper
Und zeitigen Ihre entsprechende Wirkung

Wenn ein Gespräch mich verstehen lässt
Die Rede mich weise beschenkt
Ist das die Magie mitfühlenden Liebens

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Reisende

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Ein Sufi oder war Es eine Sufine allemal
Menschen jener Gesinnung die allem wohlgesonnen
Lebende Brunnen durstiger Seelen sind

War auf einer Reise zu einer Derga unterwegs
Weil Er einfach von Wesen auch nur einfachen Proviant
Und entsprechendes Reisegeld mit hatte

War beides zur Neige gegangen
Da flüsterte ihm das Kismet ein
Gehe einfach in die Fußgängerzone

Der Innenstadt und sieh was inshallah
Dort durch Dich geschehen will
Gehört erhört holte Er Seine Ney hervor

Jene einfache Bambusflöte auf der schon ein Engel
Spielte um die Seelen aus dem Paradies auf die Erde zu locken
Denn Sie sträubten sich anfangs so spielte Er eine einfache Weise

Das die kaufblinden Menschen stehen blieben
Offenen Mundes geweiteter Augensterne
Und selbst ein kleiner Junge oder war Es ein Mädchen

Wer kann Es wissen wer war dabei wer hats gesehn
Begann entzückt zu Tanzen das Zehrgeld im Hut auch
Und Zuhause erzählten die Menschen

Nicht was Sie teuer oder billig gekauft
Dafür begeistert was Sie gesehen und gehört
Schicksal ist eben nur ein Reisebegleiter

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Ritter

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Es war einmal ein Ritter
Der liebte ein Burgfräulein
Und schenkte eine Rose Ihr

Das Burgfräulein freute sich
Doch insgeheim liebte Sie
Einen mittellosen Trobadur

Dann schenkte der Ritter
Der Verehrten einen Ring
Das Burgfräulein freute sich

Doch offengestanden liebte Sie
Einen versereichen Minnesänger
Der um Sein Glück nicht wusste

Da ward ein Fest der Ritter im Turnier
Das Fräulein bewunderte den kühnen Mann
Doch eingestanden nein liebte Sie Ihn nicht

Da sang der Trobadur dem Hof Sein Lied
Und hingeschmolzen schluchzte die Begehrte
Und alles Volk der Hof erkannten Ihres Herzens Glut

Worauf  die Hochzeit bald gehalten
Und Blumen Rosen ausgestreut von Kinderhand
Der Ritter selber sich Ihnen schützend anverwandt

 

 

 

 

 

 

 

 

Schicksal

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In Indien bin ich das Karma
Der Orient Kismet mich benennt
Und des Abendlandes Schicksal

Ist unbegriffen dunkel vage
Eher dräuend schwer mich ganz verkennt
Dabei ist was Du säest Ernte

Wie Du in den Wald rufst
Halt Es zu Dir zurück
Schicksal liebend ist höchstes Glück

 

 

 

 

 

 

Giganten

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Drei Studenten treffen sich austauschend auf dem Campus
Der Eitelste ich höre fasziniert Vorlesungen über Philosophie
Mein Dozent ein Kenner Nietzsches Hegels und Satres schwärmend

Und die Kybernetikseminare sind eine Offenbarung
Da müsst Ihr gelegentlich als Gasthörer das Staunen lernen
Der intellektuelle Boss und Nike tragende Modernist

Nun mein Lehrer ist ein unakademischer einfacher Mann
Manchmal sanft wie eine Frau dabei gütig feinfühlig
Und so lebensweise das Es mir die Sprache verschlägt

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Sein

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Du bist ganz Oben also
Im Himmel bei den Engeln
Und ein Neues Leben steht bevor

Was willst Du werden sein jetzt bald
Vogel Tier ein Stein Pflanze auch
Oder bist Du neugierig mutig wie ein Mensch zu sein

Hm ja wie soll ich sagen
Also dann würde ich doch lieber
Am besten wäre vielleicht

Schwupfs denn Engel können Gedanken lesen
Liegst Du schon in einer Wiege
Krähst und schreist nach Mutters Brust

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Stilleben

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Eine alte Holztischplatte
Darauf eine Kerze leuchtend
Ein Schreibfederkiel

Das gläserne Tintenfaß
Ein scheinbar leeres Blatt Pergament
Sowie eine darüber liegende Rose

Unterhalb der Blüte verhüllt
Erkennt das Auge Buchstaben
Das verloren geglaubte Wort