Archiv der Kategorie: Gedicht

Der Heilige

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Entweder bin ICH der Systemfehler
Oder das System ist fehlerhaft
Was mag Ihm dann fehlen

Seit der Hippiebewegung steckt
Das Ganze fest ist mechanisiert erstarrt
Konservativ verhärtet überreglementiert

Kein Politikwissenschaftler Futurologe Soziologe
Psychologe oder Theologe und sämtliche Medien
Vermögen mir eine befriedigende

Befriedende Antwort auf das Rätsel zu geben
Ich fühle ein sich verstärkendes Unbehagen
An der Kultur der Gesellschaft ja dem Leben selber hin

Da erwähnt ein Freund wie beiläufig
Auf dem Campingplatz am See
Lebe ein Spinner so ein Heiliger

Ich suche Ihn auf
Bruder was ist Deine Antwort
Lass alle Angst und liebe

 

 

 

 

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Schatten

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Als ich in meine Einfahrt einbog
Lag Er auf der Straße
Die sonnengebleicht grau
Den Schatten eines Laubbaumes zeichnete

Es war zu spät auszuweichen
Und so überfuhr ich den Schatten
Zugleich des Baumes gewahr
Der im Lichte steht

Von Luft und Liebe lebt
Mir Dir uns das atmende Leben schenkt
Jenseits der Schattenwelt
Verdrängter dunkler Machenschaft

 

 

 

 

Sprache

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Leg doch nicht jedes Wort auf die Goldwaage
Ei soll Es denn eine Bleiwaage sein
Nimms doch nicht so genau

Du ich sage Dir jetzt ein Geheimnis
Du darfst Es keinem weiter erzählen
Ei dann will ich Es nicht wissen

Früher rissen Sie einem die Zunge aus
Heute bekommst Du Redeverbot
Wie mir geschehen

Unbewusstes Sprechen erschafft Realität
Bewusste Sprache Wirklichkeit
Sprache ist das Gefäß des Geistes

Und in dieser Vase blühen die Blumen der Seele
Beseelen in Wahrhaftigkeit und Schönheit
Alles Leben wie die Sonne den Tage durchlichtet

Nur Angst schürt Verborgenes überwacht belauscht
Lieben spricht klar und rein ohne wenn und aber
Taghell für Alle vernehmbar eindeutig

Ich bin ein Priester der Sprache
Die uns die Götter verliehen
Deiner Rede Wohlgeruch steigt in die Himmel auf

 

 

 

Der Brief

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Du kennst mich nicht
Und doch bin ich ein Wesensteil von Dir
Auch ist das Briefeschreiben heute aus der Zeit
Ich bin Ihr eh verloren längst erstorben

Was dieser Tag mir war
Das magst Du selbst erspüren
Oft habe ich zu Dir hingesonnen
Wärmende Strahlen zu Dir hingesand

Ich bin der Welt verloren
Dir unsichtbar ja unbekannt
Doch soll Dein Auge sich erfreuen
Tanzen Dein Herz wie neugeboren

Es ist nur eine Spur
Die hier gelegt wohl zu Dir selber führt
Lass mich Dein Wegbegleiter sein
Nur jetzt in diesem heilgen Augenblick

Was ich auch denke
Sinne blinkenfühlend spüre
Nur eine Blume findet Worte hier
Der Abend mondendämmert
Ich bin in Dir mit Sternefunkeln

Und wenn das Lid der Augen
Sich wolkengleich vor die Gedanken schiebt
Der Schlaf uns süß vereinigend umfängt
Sind wir Getrennte einst
Eins am Himmelzelt als leuchtendes Gestirn

 

 

 

 

 

Achtsamkeit

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Nahe der Berge wohnend
Reiste ich heute im Geiste
In das Vorgebirge stand vor einem Berg
Den ich nicht erklettern bezwingen wollte

Achtung allen Bergsteigern
Vernahm Sein Tragen von Erdgeschichte
Jahrtausender Millionen von Jahren
Und lächelte über meinen Berg Bügelwäsche

Ich sah einen Baum Buche stark und schön
Sie zu fällen mich an Ihrem Holz erwärmend
War mein Ansinnen nicht nur dankbare Freude
Ihn umarmend drückte ich mein Herz an Ihn

Dann sah ich ein Tier Reh Hase Vogel
Es zu jagen oder schlachten wäre mir fremd
Eine Katze die in der Sonne meditierte
Ich näherte mich Ihr behutsam  Sie floh

Ein Mensch Fremder meist verkannt
Leute Personen mir als Brüder benannt
Ich grüße Ihn Er blickt empor
Wir kennen uns aus dem Paradies
Es öffnet lächelnd sich ein lichtes Tor

 

 

 

 

Spiegelung

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Meine Wiege stand in einfachsten Verhältnissen
Ohne Bad Toilette in der Wohnung einer Nazistadt
Kein Kinderzimmer vaterlos butterlos margariniert
Ohne Kühlschrank Telefon Fernnahseher

Heute lebe ich herzensreich in einer Villengegend
In einem Wochenendhaus ebenfalls ohne Heizung
Mit Holzöfen bei akademisch Reichen auf dem Land
Seelisch geistig spricht mein Nachbar über den Zaun

Von Überbevölkerung und ich fragte Ihn
Ob Er sich denn auch dazunehme oder
Nur die Anderen Vater ist Er kürzlich geworden
Was ist da zuwenig was zuviel

 

 

 

 

 

Ich bin kein Mensch

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Heute saß ich an einer Bushaltestelle
Neben einem mit sich Selbst
Gott und der Welt vor sich hin sprechendem
Aus einer Bierflasche nuckelndem Menschenbruder

Er schimpfte wütend über das Scheißdeutschland
Und das hier alle wahnsinnig und verrückt sind
Es sei nicht zum Aushalten
Er ertrage Es nicht mehr

Ich sah Ihn seitlich unverwand an
Wo willst Du denn dann hingehen
Er deutet auf den Boden
Hier drei Meter weiter unten

Doch Der da Oben
Nehme Ihn einfach nicht
Angerührt berührte ich Ihn
An der linken Schulter

Lass mich
Fass mich bloß nicht an
Drohend gekränkt wütend
Und ja hasserfüllt

Kriege werden geplant
Vorbereitet und durchgeführt
Von den Abgöttern Waffen
Den Menschen

Ich bin kein Mensch
Und halte Es mit Nitzsche
Der den Übermenschen kündet
Ich bin ein Sternenwesen Stein Pflanze Tier

 

 

 

 

Ich bin ein Tier

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Ich bin ein Tier
Will nach links und nach rechts
Hoch hinaus nach unten tief
Bleibe welch ein Kreuz doch hier bei Dir

Ich bin ein Tier
Esse Pflanzen wie ein Reh
Verschlinge Tiere wie manche Menschen
Doch ich kann nicht anders welch ein Weh

Ich bin ein Tier
Wohne lebe im Körper mit haarigem Fell
Paare vermehre mich lustvoll
Lebe einige Sommer vergehe gar schnell

Ich bin ein Tier
Staune fürchte Dich Menschenbruder
Werde geschlachtet angefahren liege tod am Straßenrand
Diene Dir Pferd Hund und Katze bin liebend Dir zugewand

 

 

 

 

Der Weltverbesserer

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Ja ich muß lieb haben
Sonst sind die Jungs im Kindergarten böse
Und der Mutter lieb sein
Damit Sie nicht wegläuft oder schlägt

Dann die Regierung verändern denn
Sie macht Kriege und läßt Waffen herstellen
Im Frieden der keiner ist
Aus Geldgewinnsucht für den nächsten Krieg

Die Religion der Kirchen verändern
Denn Sie säeten Schuld Scham und Sünde
Drohen mit einer erfundenen Hölle
Und die Hölle ist immer nur Angst

Natürlich und vegetarischbiologisch
Muß das Leben tötungsfreier Tiere sein
Und selbstbestimmt die Arbeitswelt
Im harmonischen ausgewogenem Geben und Nehmen

Dann viel später zuletzt heute jetzt
Alles durch alles geübt getan und gelassen
Will sich die konstruierte Realität nicht ändern lassen
Verändere also ich mich in nur einem Sinn Sie lieben