Archiv der Kategorie: Allgemein

Verbotenes

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Nie Vernommenes

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Der Notruf

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SOS ich bin Funker auf einem Containerfrachter
Eigner ist doch wir fahren unter falscher Flagge
Gerade erhalte ich einen Morsenotrufbefehl

Wir sinken
Sind leckgeschlagen
Überfüllt mit Heimatlandesflüchtlingen

Die Tonage sollte gewinnmaximiert sein
Daher fehlen Rettungsboote
Das Leck wurde angeblich

Hier fehlen einige Zeichen
Der Himmel sieht auch ganz künstlich aus
Und die vorgegebene Route scheint verfälscht

Unsere Besatzung sind mehrheitlich
Matrosen aus Niedriglohnländern
Die Ladung wird als Schweinefleisch

Für den Orient deklariert
Waffen für friedliebende Länder
Und freie Energieautomobiele

Für das demontierte Autodeutschland
Unser Kapitän nimmt tags Aufputschmittel
Und in der Nacht Beruhigungstabletten

Wir sinken das Wasser steht mir schon
Hier fehlen wieder Zeichen
Unser Kurs hat die Koordinaten

Da erstirbt die Verbindung
Ich Amateurfunker sitze in einem Zelt
In der Wüste über mir das Himmelsgewölbe

 

 

 

 

 

 

Der Tatsachenbericht

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Eine Tat und eine Sache
Ergeben sagen Sie eine Tatsache
Nun habe ich etwas erlebt

Tatsächlich sachlich doch
War dies keine Sache
Vielmehr ein Mensch

Im S Bahnwartehäuschen
Ein Silberfuchs schwarze Socken
Schwarze Slippers schwarzer Rollkoffer

Marke Titan am Handgriff ein Bändchen
In Farben Gelb und Grün studentischer
Verbindungen vielleicht auch nicht

O ist das wahnsinnig heiß klagt der Mann
Ich wie wollen Sie lieber Kälte
Er war einfach zu kräftig Gekleidet

Sagen sie doch statt Wahnsinn schön heiß
Denn Wahnsinn herrscht in der Psychiatrie
Sind sie wahnsinnig Schweigen dann

Vielleicht gehöre ich dahin
Ich leiden Sie seelisch
Er nein und entledigt sich der Jacke

 

 

 

 

 

 

Der Bericht

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Ob der Wortsinn von richtig
Oder Richten oder zurechtrichten
Komme erschließt sich hier

In der Abrichtung der Schulleidenszeit
Der Bericht ist sachlich unpersönlich
Ohne empfindendes Mitgefühl eiskalt

Ich berichte was geschah
Sonne Wonne ich auf Schusters Rappen
Hinwärts von der S Bahn zu meinem Ort

Solarpaneelen von einem Dach
Für die Hagelschadensversicherungsprüfung
Als Handlanger entgegenzunehmen und zu stapeln

Unterwegs ein Ehepaar in Ihrer Gartenidülle
Ich frohen Sinnes entbiete meinen Gruß
Schreite zur Arbeit und rückwegig

Sehe ich das holde Eheweib gattenlos gerade
Eine steife Kunststoffplane zusammenfaltend
Ich trete hinzu ergreife zwei Enden

Und falte mit Ihr das störrische Ding
Sie an mich Sie haben wohl gerade nichts zu tun
Ich Der Mensch ist immer in Wandlung begriffen

Später gedanklich der Angstmensch hegt Langeweile
Wenn die Spannung abfällt der Liebende
Ist entspannt gespannt was wer wo und wie
Eben mal schlicht geliebt sein kann

 

 

 

 

 

 

 

Stimmung

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Wir kennen Sie als Athmoshäre
Und Ihre Freunde sind Biossphäre
Stratosphäre und Hemissphäre

Auch Mütterchen Erde hat Ihr Klimakterium
Dazwischen auch wie wir ausgleichend
Überspannungsabbauend regelmäßig

Einen Klimax Höhepunkt Fremdwort
Orgasmus der sich mit allerlei lauten
Katalysmen Krampfungen begleitend entläd

Wilhelm Reich beschreibt dies drastisch
Als ein gleichsam epileptisches Ereignis
Tiefgreifende Änderungen sind allemal heftig

Wie eine Geburt in den Presswehen
Den natürlichen engen Schoß eröffnend weitet
Ich war Zeuge  meiner und dreier Geburten

Und siehe die Welt liegt in Wehen
Sie wird ein starkes Kind gebären
Göttin und Gottheit sind dessen Eltern

 

 

 

 

 

 

Die Reise

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Drei Tage war ich unterwegs
Hier in Deiner meiner Welt
Schön ist Sie herbstlich angehaucht

Himmlisch blau gewölkt
Mehr sag ich nicht
Es spricht sich selbst

Und dann das Allerwichtigste
Menschen Menschen Menschenwesen
Allüberall von allerlei Geblüt

Heimatländer entwurzelt
Mutterlandesfern hier ein neues
Andres besseres Vaterland zu finden

Doch ach deren Väter sind seelenfern
Verlassen zurück geblieben
Elternlose Waisenkinder sind all die Neuen hier

Ins Augenpaar hab ich geblickt
Das Gut und Böse hat gesehn
Und schau ich nur ins Linke

Blicke nur das Rechte an
So laß ichs einseitig will und darf
Ich nimmermehr sein

So wende ich in Demut meinen Blick
Und senke Ihn in des Andren Herz
Das ich mich nicht verloren fände

Das ich mit Ihm darin vereint
Als Kinder jenes Herzensparadies
Ach nennen wirs das Königreich der Himmel

Und jede jeder ist Prinzessin dort
Wird Prinz und königliches Paar
Ich denn der Knappe des Königs

Ihr der Minnesänger Hofnarr bin
Inshallah so haben es die Alten mir erzählt
Die Engel eingeflüstert mashallah

Da ich vom Wein der Liebe trunken
Und Züge Busse Autos fahren leer
Nur tote Hüllen von Zauberwerken

Leuchtend sprechend in den Bann genommen
Von eines finstren Dämon Glanz ergriffen
Das Sie nicht wissen wer was und wo Sie sind

Dringt Geräusch aus Stöpseln die
In Ihrer Ohren Muschel eingesteckt
Wie um den Wehmutsschrei der Welt verhören

Wie kann der Genius nur je
Sein Füllhorn fühlend Wort
Darin einhauchen wo alles längstens voll

War ich im Orkus in der Hölle gar
Wars mir ein Albtraum nur
Spuk finstrer Fantasie

Der Sikh ein Inder Turbangeschmückt
Hüstelt starrt in Sein Kästchen nur
Magischer Bilderwelt und meidet

Jenen Heilgen Augenblick
Das sich zwei Augenpaare paaren
Sich treffen kurz im Flug der Zeit

Wie doch zwischen zwei Menschen
Immer nur ein Licht
Seis jenes fahle künstlich Leuchten

Oder lodernd liebeshell aus einer Welt
Die einstmals märchenhaft und heute fern
Ich war in einer fremden Welt

Erfüllt mit Fremden und Befremden
Und schützend wie ein Muttertier
Sein Kind umhegt blieb ich in mir Zuhause

Immerda und meiner Mitte treu
Die jenseits pulst von Gut und Böse
Denn selbst der Fahrscheinautomat

Nimmt mir mein großes Geld nicht mehr
Ja selbst die Karte lehnt er ab
Werde auch ich ein Schwarzer und fahre schwarz

Werde zu einem von Ihnen kulturbestohlen
Verstohlen lugend ob kein Kontrolleur
Und leer und leerer wird die Bahn

Weit ins Umland gleitend
Nur Schemen Geister Gespenster und Phantome
Sitzen noch auf leeren Polstern fahl

Die Türen gehen automatisch auf
Und frische Nachtluft schenkt mir
Ihren freien Herbstesduft

 

 

 

 

 

 

Der Feinschmecker

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Heute habe ich ein wohlgefülltes Glas
Bereitgestellt süß ausgereifte Ewigkeit

Einen Teller von feinster Unendlichkeit
Dann kam die Zeit hat alles aufgefressen

Doch das ist Ihr nicht ganz bekommen
So übergab Sie sich und alles ward zurückgewonnen

 

 

 

 

 

 

 

Der Geschichtenerzähler

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Es war einmal oder wird erst noch sein
Ein alter Mann oder frischer Jüngling
Der erzählte allerlei Geschichten

Und zwar so das Jung und Alt
Männlein und Weiblein
Einfach oder klug

Allüberall zusammenströmten
Wo die Flüsterpost ankündigte
Das Er dann da und dort sei

Und während Ihm Seine Worte
Entglitten wie Fischlein im Bach
Seine Sprache alle erhob wie Schwalbenflug

Stand die Zeit still
Und die Augen wurden groß
Manche verschlossen Sie

Um die Bilder noch deutlicher
Sehen und empfinden zu können
Die Münder standen offen

Und die Zunge leckte die Lippen
Als sei Es süßer Honig
Der ach so köstlich munde

Wenn dann das letzte Wort verhallt
Blieb Es noch still wie im Walde
Wenn Nachts ein Reh Sein Kitz gebärt

Und die Menschen gingen in Ihre Häuser
Wie als betreten Sie einen Palast
Seien selber Königin und König

Wie die Arbeit des Tages selber
Als ein Dienst ein Dienen wurde
Dem Edlen Wahren und Gutem

Und der Geschichtenerzähler
Endete immer damit zu verkünden
Das alles Leben und selbst der Tod

Nur gedachte empfundene und mit
Dem Feuer des Willens erfundene
Geschichten des Liebens sind

 

 

 

 

Das Sandkorn

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Ein Sandkorn am Meeresstrand
Findet sich einsam und klein
Sieht sich entborgen verloren

Du Welle wozu bin ich auserkoren
Vormals Stein im Fels berggeborgen
Stark und mächtig jetzt einsam allein

Stein Fels urzeitlicher Berg
Heute nur Sandkorn eines von vielen
Einst Riese nun klein wie ein Zwerg

Im Nachtdunkel die Welle spricht
Schau all dies unzählbare Sternengefunkel
Erkennst Du Dich oben als strahlendes Licht