Archiv für den Monat Oktober 2020

Doppelleben

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Schon länger eigentlich ja immer schon
Führe ich ein Doppelleben
In zwei Welten die der künstlichen Realität

Und der erschaffenden Wirklichkeit
Dazwischen ich Erdenhimmelskind
Mit dieser unstillbaren Sehnsucht

Um mich her das nackte Chaos Verwirrung
Und verunsicherne Angst Leid versprühend
In mir das Paradies des Herzens

Mein Wochenendhaus der Palast der Liebe
Der Garten Eden drumherum und
Du dies lesende Seele mein Geschwister

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Brief

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Manchmal und das sind heilige Momente
Treffe ich am Gartentor zugegeben eher
Ein Gartentürchen den Postboten

Gelb wie das Gold der Sonne
Das Gelbe vom Ei und wir sind
Ja so Hühnern gleich legen

Allüberall Eier von gezeugter Ursache und
Schlüpfender Wirkung sind denn die Küken
Die verlebendigten Gedankenkräfte

Glaubst du denn wirklich wenn du
Hier einmal noch nichts Neues vorfindest
Das du vergessen seiest der Schreiber

Besseres zu tuen habe denn seine Zeit
Mit kurzweiliger Alltagslyrik zuzubringen
Immer ständig ist mein Sinnen und Trachten

Bei und mit dir Gefühle sind unbeschreiblich
Fast und Willensimpulse spürbar wie für Wetterfühlige
Ist denn jeder Mensch ein Brief des Himmels an die Erde






















Das Bunt

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Eines Tages nun ja eines Jahres
Na gut dann eben irgendwann
Was spielt Zeit denn schon für eine Rolle

Traf das prächtig leuchtende Farbenbunt
Auf ein ihm völlig unbekanntes Wesen
Von dem es bisher nur der Sage nach vernommen

Das finsterste Dunkel Schwarz
Zutiefst erschrocken und betroffen
Sah es das Schwarz an ohne Gesicht

Ohne Augen Mund und Nase
Doch irgendetwas strömte da wo
Bei unsereinem die Äuglein leuchten

Etwas wie flackernde Angst hervor
Panische verwirrte nackte Angst
Vor dem farbenfrohen Bunt

Da ging das Bunt in sich und
Trat näher noch näher und
Umarmte das Schwarz aufs innigste














Sternenblinken

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Heute früher dunkler Abend
Blinkt auf der frisch geharkten Gartenerde
Ein kleines Silberlicht gesät

Ein Sternenkind wohl Glassplitter
Oder Allufolienrest im Lichte
Der Straßenlaterne hell auf

Wir sind Sternenkinder
Von wo auch immer horoskopisch
Marsianer Venusier Siraner

Du bist ein hell strahlender Stern
Hier und heute für mich
Und alles Leben in dieser Weltennacht
















Der Blumenmann

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Von klein an hatte er diese Begabung
Überall wo er ging und stand
Sproßen Blumen aus der Erde

Gleich ob Pflastersteine Asphalt
Oder Beton selbst Felsengrund
Fügte sich duftender Wesen Pracht

Bestaunt beargwöhnt beneidet
Bangten die Blumenläden
Um Absatz und die Kirche

Munkelte von einem Teufelswerk
Doch der Blumenmann nahm kein Geld
Noch wollte er Weibersleut verführen

Er nahm dies einfach als Geschenk
An seine Menschengeschwister
Denn seine Wesensart entsprach den Blumen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Das sprechende Stumm

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Es war einmal hier und anderswo
Oder geschieht gerade jetzt eben
Manche erklären erst in einer fernen Zukunft

Das die Menschenwesen ohne
Klingendes Sprechen einander wieder
Verstehen und verständigen

Fühlen ist beredes Sprechen
Denken ist feuriges Mitteilen
Beides geschieht scheinbar unhörbar

Doch weshalb all die stillen Schreie in der Nacht
Und des Tages die zitternden Augenpaare über
Verborgenen Nasen und Mündern

Wahrheit ist ein Geschmack
Und die Leichen im Keller stinken
Bald blühen duftende Eisblumen wieder












Herbstzauber

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Ach wie die Blätter schönbunt
Und der Menschenmund verhüllt
Lichter Geister natürlicher Art

Dunkler Dämonen fratzenhaftes
Dunkelwerk kalt wird es werden
Nur die Brennenden im Herzen

Werden den Winter erfreuen
Der Angst Beute tritt in die Falle
Kalt starren die Augen ins Nichts

Weihnachten feiern die Liebenden
Jeden Tag ums Jahr Geburtstag
Auferstehung die Geheilten

Knospet der Frühling am Apfelbaum
Nur die Schlange ist digital
Verführung weltweit global

Engel stehen an den Straßenecken
Sitzen in Bussen und Ubahnen in die Hände
Der Wächter des Himmels fallen sanft die Blätter


Der Palast der Liebe

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Nein dieser Palast steht weder im fernen Indien
Noch in einem Villenviertel Hollywoods
Dein Haus deine Wohnung dein Zimmer

Ist die Oase der Ermüdeten eine
Zuflucht der Entwurzelten
Heimstatt der Heimatlosen

Wie Bettler Süchtige und Obdachlose
Soll ich bei mir beherbergen
Du bettelst nach Erfolg und Glück

Du bist süchtig nach Annerkennung
Und selbst noch obdachlos solange
Bis du in deinem Herzen ruhst