Archiv für den Monat November 2019

Die Erschaffung der Welt

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Am Anfang warst nur Du in Ihr
Vom noch Unsichtbaren heraus
In sichtbares Werden reifend

Leib Deiner Mutter Ihr
Schoß des Lebens Dir
Unter dem Herzen Du

Versorgt geborgen genährt
Weich warm und sanft
Getragen umhüllt

Ab und an drängen heran
Klänge Stimmen Laute
Licht auch manches Mal

Und dann der Tag
Deiner Weltengeburt
Ein gewaltiges Abenteuer

Und alles für Dich
Von Dir erschaffen
Für Deine Erfahrung hier

Und Himmel und Erde
Wolken Wurm und Getier
Menschen auch Unmenschen

Und ich mit Dir
Du auch bei mir hier
Spielen wir Leben

 

 

 

 

 

Wir

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Ich unsichtbares Fluid
Duft einer Blume Schönheit

Windgetragen angeweht
Künde den Schmetterlingen

Das Geheimnis Ihrer selbst
Das Sie fliegende Blumen sind

Wie wundervoll beglückend
Sind wir Geschenke des Lebens

 

 

 

 

 

 

 

Wunder

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Nein dies meine ich nicht
Das Du im Lotto gewonnen
Obwohl Du nie gespielt

Und falls Du freies Weib
Einen Adonis klug gebildet fein an Geist
Charmant und voller Kraft gefunden

Was denn dann paranormal esoterisch
Oder methaphysisch das schon eher
Nur sieh ein schlichtes Blümelein

Wer hats geschaffen
Wer den weisen Plan ersonnen
Die Kunstfertigkeit edler Gesinnung

Kein stolzer Wissenschaftler
Hat solches Leben je bewirkt
Und dennoch siehst Dus nüchtern an

Seis Dir versichert es ist mein Heilger Ernst
Das größte Wunder hinieden bist Du
Denn alles ist alsogleich verborgen auch in Dir

 

 

 

 

 

 

Des Dichters Leid

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Nein keinesfalls wegen fehlenden Mäzenatentums
Oder mangelnder anerkennender Öffentlichkeit
Ambrosia und Nektar der Götternahrung ermangelt es

Denn das sind die ätherischen Speißen
Ihres Festmahles erbracht von uns Menschenkindern
Als Dankbarkeit Bewunderung Staunen und Freudigkeit

Wohlgerüche Ohrenschmaus auch Augenweide
Wie Weihrauchduft Gesang und Musik
Tanz entzückender Bewegtheit

So werden die Gelage geschildert
Und wahrlich so verhält Es sich
Seit Alters her wie Eure Weihnacht

Sinnbild und Abglanz dessen ist
Doch Hunger leiden die Götter
Sind zerstritten um der Menschen

Seelenkraft und Geistesmacht
Hindus wider dem Islam
Katholiken gegen Protestanten

Buddhisten Lamaisten und Atheisten
Humanisten Sozialisten verfallener
Religiösität Ersatz spiritueller Schöpferkraft

Wie will der Dichter zeugend künden
Wenn leer der Speicher Vorratskammern sind
Fantasiens Schwinden Michaels Endes

Ja die unendliche Geschichte gelangt
Derzeit zum wiederholten Male
An Ihr von uns bewirktes Ende

Und doch ringen die Kräfte des Lichts
Im Morgengrauen der Sonne Pracht und Macht
Herbei herbei Ihr Liebenden wohlan ans Werk

 

 

 

 

 

 

 

Die Einladung

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Du hast sicher schon mancherlei Einladungen erhalten
Wie ich und etliche nicht angenommen eingelößt
Aus Bequemlichkeit Menschenüberdruß

Bedürfnis nach Ruhe und Einsamkeit
Oder Aus Angst vor Neuem Unbekanntem
Gar Stolz weil der Anlaß zu gering auch wie ich

Verleihung
Des Geschwister-Scholl-Preises
2019
an
AHMET ALTAN
für das Buch
ICH WERDE DIE WELT NIE WIEDERSEHEN
Texte aus dem Gefängnis

Die Landeshauptstadt München und der Börsenverein des
Deutschen Buchhandels Landesverband Bayerne.V.

Montag,25.November 2019,19.00 Uhr

Große Aula der Ludwig-Maximilian-Universität
Geschwister-Scholl-Platz
(barrierefreier Zugang)

Die Barrierefreiheit ist bedingt
Denn ohne die Einladung einer befreundeten Buchhändlerin
Und die Abholung dieser Doppelkarte bei Ihr wäre dort kein Platz für mich

In Berlin stolperte ich vor Jahren vor ein düsteres Gebäude
Und dessen Feld zog mich magisch an
Dabei prangte an der Eingangswand ein Bronzeschild
In diesem Gerichtsgebäude fand der Prozess gegen die Geschister Scholl statt

Vor Jahren sagte mir eine Frau sensitiv unvermittelt ins Gesicht
Du hast etwas mit dem Kreis der weißen Rose zu tun

Und als ich hinlänglich eines Konzertes erstmals den Eingangsbereich
Der Universität betrat prallte ich zurück vor dem großen Stauß
Weißer Rosen und der Gedenktafel anläßlich des Verrates der Flugblattaktion
Durch den Hausmeister

Der pompöse Raum der Aula mit reiferen Gästen gehobener Gesellschaft
Kameramännern und Fotografen vorne Mosaik prangend
Griechische Sage der vierspännige Sonnenwagen zwei Pferde ziehen links
Zwei nach rechts und der Gott hehr mit Signum ins Unendliche blickend

Teile und herrsche wie ehedem so heute die Redner rasch und knapp den Applaus
Bescheiden durch Flucht vom Podium abweisend

Stellvertretend nimmt eine Frau wohl Türkin die Urkunde entgegen
Denn dem Verliehenen ists unmöglich
Er sitzt nach vier Tagen Freiheit wieder festgenommen ein

Bewgungsfreiheit ist eines
Gedankefreiheit ein weiteres und ich bezweifle ob die Mehrheit der Menschen
Frei ist zu Denken was Sie wollen Ihnen förderlich heilsam freudig ist

Dann haben wir noch die Willensfreiheit und Depression ist
Laut Krankenkassenstatistik seit 2018 Volkskrankheit Platz eins
Der gefangene Wille erhällt von mir den Preis aller Wohlwollenden

Jetzt werden wir rührseelig denn die Freiheit des Fühlens
Des Mitfühlens ist durch das Attentat des coolseins
Und des lateinischen Kunstfremdwortes Empatie gebrochen

Hiermit verleihe ich Dir den Ehrenpreis der Mitfühlenden
Denn das Du dies hier liest ist Es doch bekennender Weise
Frei von kalter Intellektualität bar klebrigen Mit Leidens

Und so verleihen wir Dir hier den Preis klarer wahrer
Diamantklarer Bewusstheit in tiefer Dankbarkeit von Herzen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Schrei

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Die Lithografie gleichen Namens
Des Norwegischen Malers Edvard Much
Wer kennt Es nicht

Sehen wir allenthalben still
Vernehmen Es hörend laut
Tag für Tag seis nur in einem Film

Dies ist eine himmelschreiende
Ungerechtigkeit klagt eine betroffene Seele
Und als Knabe war ich Feriengast

Zeuge der Schlachtung eines Kaninchens
Und jenes ansonsten stumme Wesen
Stieß im Angesicht des Todes ein gellendes Viepsen aus

Als der Vorhang zwischen Knaben und Jugendlichenwelt
Zerriß und ich oft die Stille des Waldes suchte
Erlebte ich mich dort immer wieder

Aus tiefster Seele gellend zu Schreien
Die späterhin Urschreitherapie Janovs
War mir bis dahin noch unbekannt

Chry of Love Schrei nach Liebe
Der Titel eines Liedes
Und wer je eine Gebärende vernahm

Wird angeweht erschauern
Das der Tot und das Leben
Eine Einheit den Liebenden nur ist

 

 

 

 

Gefiedertes

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Früher in alter ruhgrer Zeit der Hahn noch krähte
Da manche in Unwissenheit schwärmen
Dort sei alles Gackern besser denn heut

Galt rasch ein Mensch als vogelfrei
So Ihm jeder alles hätte antun können
Nur das Freisein gleich dem Federvieh

Ward Ihm Gefahr für Leib und Leben
Die Geier kreißen heute dreuend schon
In fahlen Lüften Ihre ernste Bahn

Derweil ich sehe wohl der Schwäne majestätisches
Gebaren mythisch des Jägers Flinte fern verschont
Und eine Lärche hoch oben kaum dem Auge Punkt

Jubelt das selbst der Trauer Tränen stille stehn
Mir ist ein frecher Sperling Bruderherz
Denn wenn alles schweigt im kalten Naß

Sie Zschilpen froh des Tages Kurzweil keck
Und ach die Täubchen zärtlich gurteln
Immer nur an heilgen Friede denken

Wenn denn will ich auch friedlich sein
Und mancher Habicht Sperber Falke Adler
Sind mir nicht Räuber doch geistger Höhe Boten

 

 

 

 

 

 

Das leere Blatt

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Heute gerade eben wie mir Brauch
Von alters her legte ich ein reines
Weißes frisches  Blatt vor mich hin

In der trauden Absicht
Es mit meinem Stift zu schwärzen
Denn ich bin ein Diener der schwarzen Kunst

Obwohl ich des Längeren schon
Blaue Tinte nurmehr verwende
Einfach der beruhigenden Farbigkeit wegen

Doch was geschah noch bevor ich den
Ersten Buchstaben ins Leben rief
Ein Stimmchen erklang und sprach also

Du warte noch ich will Dir heute etwas künden
Mir stockte die Hand die Feder entfiel mir
Und nebst großen Augen blieb die Kinnlade offen

Weist Du denn was ich bin fragte das Blatt
Ich schüttelte nur stumm den halsstarrigen Kopf
Ich bin ein Wesen dessen Eltern Sonne Mond und Sterne

Feuer Wasser Luft und Erde sind und alsodenn
Ein baumgeborenes Kind des Lebendigen
Gefällt eines Tages von starker Männerhand

Entastet wegeschafft aufgeladen und transportiert
Die Holzmühle war die erste Rast zermahlen
Eingestampft und zu Brei erweicht

Erhitzt getrocknet ausgewalzt gebleicht
Und flachgepresst kurzum jetzt selbst
Ein Blatt wie ehedem tausende an mir

Sodann zerschnitten hin auf Deutsches Maß
Gebündelt eingepackt und wegegeschafft
Gelagert hochgehoben hin und her

In einem Laden im Regal verwahrt
Bis Du erschienst und mich hierher
Befreit in Dankbarkeit will ich

Dir eingestehn wer Wandel will
Der muß vergehn um ganz anders
Wieder neugeboren aufzuerstehn

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Deutschland

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Ich möchte hier etwas mit Dir teilen
Weder politisch noch geostrategisch
Dafür einfach begeistert freudig  beseelt

YouTube „Flashmob Freiburg“
Ein Auftritt des im gesamten Orient
Traditionellen Hochzeitstanzes Dabke

Ich hatte darunter einen Kommentar geschrieben
Den ein Mensch namens levant beantwortete

Wa`alaikum as salam Der Friede sei mit Dir

Thank You Brother
We Syrians love Germany so much
and we hope that Germany will live 4 ever
Because it`s the home of humanty on this planet

We will not forget the humanitarian favor you have given to Syrian refugees
Thanks from the heard

Es lebe Deutschland für immer
All love from Damascus    geschmückt mit zwei Herzen und einer Blume

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Göttlichkeit

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Du warst Weib und lebtest Mann
Warst alles und wurdest nichts
Im ach so vielem aufgelößt

Die Dich nicht sehen fühlen Dich
Wenn Sie an Dich denken
Sind Ihre Gedanken rein

In den Religionen wurde Es verdreht
Angst Furcht Schuld und Scham
Ihnen im Antlitz steht

Du bist das Feuer
Welches sich mit Wasser paart
Die Nacht gebiert den Tag

Und Licht glänzt in Deinen Augen wahr
Vor aller Zeit als Einheit träumte
Sich selbst der Unendlichkeit entblößt

Zerfallen ward das eine Bild
Und alle Teile feierten sich selbst
Selbstbverloren such ich das Ganze wieder

Bin frei im Kleinen groß gewesen
Im Großen wissend nun ein Kind
Kein Unterschied im Lieben ist