Archiv für den Monat April 2019

Der Engel

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Ich bin einer Derer die Ihr nicht seht
Manche spüren unsere Anwesenheit
Kleine Kinder und Tiere nehmen uns wahr

Ich sitze auf einem regentropfenbeperltem Stuhl
Vor einem leeren Cafe und betrachte Euch
Das alte gebeugte Mütterchen mit Einkaufstaschen

Und segne Ihre schwere Vergangenheit
Eine stolze junge Frau die glaubt Ihres
Körpers begehrliche Schönheit währt ewig

Und den hastenden Geschäftsmann
Der gewichtig Seine Laptoptasche an sich drückt
Dem die Zeit abhanden gekommen meinen Segen empfängt

Ich sehe das Kind an der Hand Seiner Mutter
Wohlbehütet und Seine Zukunft die ich verschweige
Denn Sie liegt allein in Deiner segnenden Hand

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Vision

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Ich sah das Sprießen der erwachenden Natur
Und den Tumult sich streitender Parteiungen

Die Bäume sich grünend gen Himmel recken
Und 5G Mikrowellenmasten emporschießen

Ich sah den Ernst im Angesicht eines Kindes
Und das gespielte falsche  Lächeln in einer Werbung

Die Spaßgesellschaft hörte ich lachte schrill und überdreht
Während die reine Freude sich in die Erinnerung flüchtete

Ich sah dräuendes schwares Gewölk und
Eine heranziehende sonnenhelle Goldene Ära am Horizont

 

 

 

 

 

 

 

 

 

O Du mein Engel

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Ja Du hier im weltweiten Netz gefunden
Im Supermarkt an der Schlange stehende Göttin
Du morgens in die Arbeit fahrender Gott

Du bist weder Zwerg noch Riese
Vielmehr eine Göttliche Erfahrung
Hier auf Erden in einem Körper als Mensch

Und wenn Sie Dir vorlügen
Du stammest vom Affen ab
Dann Lache ihnen in das maskenhafte Gesicht

O Du mein vergessener Engel erinnere
Die Götter sind Deine Verwandten
Du der Pflanzen Tiere und Menschen holdseeliger Traum

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Scheintote

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Ja ich bin ein Scheintoter
Alleine darin hier nur im Schein zu leben
Sonnenfern mondenhaft kunstlichtreich

All jene die Gesetzte erlassen
Die Sie dann nicht befolgen
Selber brechen säen lügend giftgen Tod

All jene Staatsanwälte Richter Winkeladvokaten
Polizisten Gefängnisdirektoren und Zellenwärter
Die Rechthaber dazu und Wenn ich ganz ehrlich bin

Sprechenden Nun um ganz ehrlich zu sein
Sind all jene die der Lüge dienen Mörder
Eiskalte Mörder an der Wahrheit

Nicht das ich irrtumsfrei wäre
Nein denn ich exis tiere Tier im Schein
Und meine Seele verzehrt sich nach Licht

Wie fürchten doch die Asseln jene Kraft
Wenn ich als Knabe einen Stein gewendet
Fliehend entsetzt denn dankbar das Licht

O Ihr Scheintoten weder heiß noch kalt
Jede Gesetzteslücke nutzend
Und dem Nachbarn einen Prozess anhängend

Wegen eines großen Baumes Ast
Eines Hundes oder Grillfeuers
Im Dunkeln ist gut Munkeln

Im Licht seis ein Gedicht
Blüht eine Lilie über Berg und Tal
Und perlt der Tau funkelnd von einem Rosenblatt

 

 

 

 

 

 

 

 

Zeitenwende

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Die Schwere dieser rastlosen hetzenden Zeit
Spiegelt nur wieder die Leichtigkeit der Unendlichkeit

Die Dramatik dieser morschen vergehenden Zeit
Zeugt nur von der Alles durchdringenden  Ewigkeit

Die Zeiger der tickenden Uhr stehen bald still
Schaue höre spüre was Dein Herz Dir sagen will

 

 

 

 

 

 

 

Dir Weltenkind

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Jedes Menschenwesen ist
Dir Spiegel Deiner selbst
Was Du in Ihm siehst

Zu Ihm hin empfindest
Sei Es Ablehnung Hass Verachtung
Also Angst Sorge und Furcht

Oder anerkennendes Mitfühlen Wertschätzung
Bis zur Bewusstheit der Großen Menschheitsfamilie
Daher ist der öffentliche Raum

Ein Spiegelkabinett ein Panoptikum
Der Erfahrung tiefst innerlicher
Selbstentfremdung oder liebenden
Mit und Füreinanderseins

 

 

 

 

Geschrieben in der Münchner Straßenbahn

 

 

 

 

 

Der kleingeist

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Die Welt ist gefährlich und schlecht
Und alle Menschen böse
Nur ich bin gut

Gut ist was ich für richtig halte
Wie das Gesetzt den Staat das Militär
Die Polizei Gerichte Gefängnisse Religion

Und Krieg gegen das Böse
Freigeister sind gefährlich
Weil die Ordnung in Frage stellend

Sie sind Fantasten Spinner
Verschwörungstheoretiker Esotheriker
Ufo und Flacherdeanhänger

Sie gehören in Lager
Um durch harte Arbeit gebessert zu werden
Bildung und Rechtsstaatlichkeit sind alles

Die Herrschenden müssen gestützt
Und unterstützt werden sonst entstehen
Chaos und Anarchie

Das Leben ist kein Honigschlecken
Und Pflicht ist oberstes Gebot
Nur wer etwas leistet für den Fortschritt

Ist ein guter Mensch
Wohin wir schreiten ruft ein
Subversives Element dazwischen

Natürlich in das goldene Zeitalter
Der künstlichen Intelligenz der Robotik
Ja der technischen Perfektion

Menschen sind anfällig
Maschinen nicht ich glaube an die Zukunft
Die Gegenwart ist nur die Vorbereitung

 

 

 

 

Geschrieben in der neuesten S-Bahn München

 

 

 

 

 

 

 

 

Revolution

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Die Französische Revolution freimauerisch
Idealistisch verbrämt von bestimmten Kreisen
Geplant und gesteuert das Brot bewusst verknappend

Um den Volkszorn aufzuheizen endetet in einem
Menschenverachtenden dämonischem Blutbad
Die Revolution urmenschlichen Liebens

Eines Joshua Isa Jesus wurde in Kirchenmacht
Befestigt und Ihrer freudigen Lebendigkeit beraubt
Was heute wie eh und je nachhaltig wirkt

Ist die individuelle und damit kollektive
Selbstrevolution aus der Angst befreiter Liebe
Denn viele Einzelne bilden das Ganze

 

 

 

 

 

 

 

Der Baum des Lebens

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In den Mythen des Nordens
Wie auch in der Orientalischen Tradition
Kennen wir Ygdrasil die Weltenesche

Und im Garten Eden als auch dem Paradies
Stehen der Baum des Lebens und
Der Baum der Erkenntnis der Dualität

Was habe ich mit dem alten Kram zu schaffen
Märchen Legenden Mythen sind überholt
Spricht verachtend hochmütig der Intellekt

In Dir in mir sind jene Bäume
Als die zwei Nervensysteme
Ida und Pingala Ananias und Saphira

Das willkürliche und das unwillkürliche
Feinst verästelte sich verzweigende
Entlang der Wirbelsäule verlaufende Systeme

Und der Strom des Lebens Aderngewebe
Atemluft Sauerstoff  zum Herzen hin
Und das Verbrauchte hinwegführende Blut

Ja das Leben ist wissenschaftlich rational kalt
Und mythisch empfunden erkennend erschaut
Mit dem Herzen besehn einfach märchenhaft schön

 

 

 

 

 

 

 

Demut

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Ja ich nehme Dir die Angst hinweg
Jene Furcht derer die sich gedemütigt
Haben lassen denn siehe Du bist

Für Sie nur eine Quelle frischen Blutes
Ein Rohstofflieferant für parasitäre
Lebensenergie gewesen aus und vorbei

Ist denn der Akademiker mehr
Denn der handwerkende Arbeiter
Wie kann sich der Wagen über das Rad stellen

Ist denn die Treppe höher
Denn der Stufen eine die Sie erst bildet
Und höhnt die Tür des Hauses je die Treppe

Wer des Geringsten Eines verachtet
Verachtet alles Lebendige
Ja das Leben sich selbst

Denn das Leben ist Lieben
Und wer ein König eine Königin
Sein will ist der Diener Aller