Archiv für den Monat Januar 2019

Wann

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Ich muss mir das gut überlegen
Reichlich überdenken
Wieso fühlen fragst Du

Subjektiver Unsinn nein taktisch vorgehen
Diplomatisch objektiv sachlich sein
Den richtigen Zeitpunkt berechnend abwarten

Dann sitzt Du in einem Wartehäuschen
Und der letzte Bus ist längstens abgefahren
In eines Doktors Wartezimmer

Und die Sprechstundenhilfe tritt ein und teilt Dir mit
Der Arzt sei eben überraschend verstorben
Und Du kannst als geheilt nach Hause gehen

So Du Es fühlst dann nimmt das Schicksal
Dich selber führend an die Hand
Angst hat nie genug und liebend bist Du zeitentbannt

 

 

 

 

 

Der Schreibtischhengst

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Ein Mann wohl gar ein Herr mit Silberhaar
Trug werktäglich Seine Aktentasche Jahr ums Jahr
Geflissentlich in das Büro Sein Brot erdienend

Und nach Jahrzehnten kam der Tag
Da hatte Er gerade erstaunlich fürwahr nichts zu tun
Doch um zu scheinen das Er fleißig wollt Er nicht einfach ruhn

So kam Ihm zu Reimen die Idee
Zumal im Volke der denkenden Dichter
Nahm Er ein Blatt Papier rein weiß wie Schnee

Und schrieb von bebender Hand die Verse
Ein Vöglein saß auf einem Zweige
Und sang ein wunderschönes Lied

Da knallte puff eines Knaben Luftgewehr
Der Sänger stürzte schwieg und ward nicht mehr
Nun finden wir den neuen Dichter reimen

In einem Park des Frühlings wunderschön
Auf einer Bank ein einsam holdes Weib
Und ein Galant war auch nicht weit

O holde Maid darf ich mich setzten
Welch schöner Tag und Anblick hier
Sie schwieg und dachte nur welch wildes Tier

Da betrat der Abteilungsleiter den Raum
Meine lieben Kolleginnen und Kollegen der Firma
Sie ist bankrott wir machen dicht und aus der Traum

 

 

 

 

 

 

 

Selbstgespräch

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Die höchste Kunst Dir wohlbekannt
Ist Tröpfchen sprechend ihm zuhören
Denn ich bin viele ja das ganze Meer

Wie der bunten Jahrezeiten Lauf so
Wechseln täglich stündlich die Gefühle
Vermischen emotionalisiert

Sich zu Gewittern heftgem Sturm
Mit Wolkenbrüchen Donnerblitz
Kein Stolz den Frühling je gebannt

Schon wartet Sommer lichtbereit
Und tickt kein Mensch gar mir
Gleich der mechanisch kalten Uhr

Wiewohl in Dir das Leben
Freudig pocht und bebend pulst
Ich spüre Dich ganz inniglich in mir

Da ich mir hörend lausche
Sind Du und ich geeint
Vereint allhier ein Wir

 

 

 

 

 

Für die Bloggerin Julia „Hochsensibel und Multipassioniert!“

 

 

 

 

 

 

 

Die Zeitreise

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Bewusst wählte ich keine Zeitmaschine
Dafür ging ich aus mir heraus und
Einfach die knarzenden Holzstiegen

Glänzend poliert nach Bohnerwachs duftend
Hinab in die wartende Vergangenheit
Dort jene Verletzungen heilend

Die mir und anderen durch mich zugefügt
Jetzt stand die zu gestaltende offene Zukunft an
Also den elektromagnetischen Schwebeaufzug nehmend

Mit Überwachungskamera und Bildschirmzwang
Der zu wissen nottuenden Tageserscheinungen
Auf dem Dach der Zukunft pflanzte ich ein Bäumchen

Nahm das Treppenhaus für den Fluchtweg hinab
Und wollte nicht mehr in der Gegenwart landen
Gegen dagegen gruselwart dafür im Jetzt und hier

Ein Park mit spielenden Kindern Müttern
Und Vätern in sich ruhenden betagten Menschen
Auf den Bänken und ich in meinem Herzen

 

 

 

 

 

 

 

Philosophieren

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Die Liebe zur Weisheit
Ist herzverbundenes Wissen
Im Alltag tatwirklich gelebt

Wissenschaft gibt vor die Wahrheit
Zu suchen nach Ihr zu forschen
Um dann was damit anzufangen

Verwirrung und Lüge suchen die Wahrheit
Ein Geblendeter das Licht welch Weh
Ein Stummer die Sprache ach

Gestern kommentierte ein YouTuber
Liebe sei eine Erfindung Hollywoods
Er dozierte über Hormone und Mutterinstinkte

Du bist immerda und liebend wahr
Körperlich erotisch in Kunstverehrung und
Der Schönheit der Natur Freundschaften pflegst

Und das Göttliche in Allem siehst
Verborgen und doch offenbar
Liebt der Winter sich im Frühling gar

 

 

 

 

 

Mythisches

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Ich saß heute in meinem Stammcafe
Draußen in der Sonne obwohl feuchtkalter
Windiger Januar noch das Zepter schwingt

Versonnen ungerichteten Blickes
Selbst die duften Bienen konnten
Lächelnd meine Sinnlichkeit nicht bannen

Ästhet und Kunstverehrer sonst
Durchaus jeglichem Augenschmaus hold
Tauchten urplötzlich Scharen von Menschen

Vor meinem inneren Auge auf
Züge von Sklaven fliehenden Völkern
Vor Krieg Brandschatzung und Mord

Eroberer Abenteuerer Überlebende
Globaler Tsunamis vulkanischer Verwüstung
Auch Künder Neuer Religionen Ergriffene

Die Zarathustras Buddhas Jesu Mohameds
Lehren mit den Händlerkarawanen
In jeden Winkel der bekannten Welt tragen

Kinder sah ich Schwangere Alte und Ungeborene
Alle fliehend von Angst getrieben
Alle Glücksritter Minnesänger Gaukler Possenreißer

Auf Pferden Kamelen Ochsenkarren barfüßig
In Sandstürmen Schneeverwehungen
Entbehrungsreich voll von Schlamm und Kot

Aus dem verloren geglaubten Paradies
Zurück in den Garten Eden unterwegs
Den Sie alle nie verlassen nur vergessen hatten

Darf Es noch etwas sein
Nein danke die Rechnung bitte
Stimmt so Einen frohen Tag

 

 

 

 

 

 

Ein Märchen

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Es war einmal eine Schöne
Bunt duftende Blume
Im Garten und auf einer Wiese

Da kam ein Schmetterling angetaumelt
Grüßte und setzte sich auf Sie
O schönes Blümlein darf ich Naschen

Ach ja Du kecker Luftikuß
Nimm nur ein Schlückchen Nektar
Und bestäube mich zugleich dabei

Gesagt getan und wohl getrunken
Adieu doch warte komm mit mir
Ach Du ich lebe fest verwurzelt

Bin sesshaft ganz Zuhause hier
Doch Du bleib hier bei mir
So werden wir ein Paar

Ach danke das geht leider nicht
Ich bin des Himmels lichter Bote
Eine fliegende Blume allhier und immerda

 

 

 

 

 

Der Psychiater

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Die Psyche ist den Alten Griechen eine Göttin
Den materialistisch atheistischen Naturwissenschftlern
Eine biochemisch hormonelle Erscheinung

Seelenkunde setzt das Wissen um eine Beseelung voraus
Also behandeln Psychiater und Psychologen
Nur chemische Symtome daher oft auch mit Psychopharmaka

Ich arbeite als Doktor med. in einem Beszirkskrankenhaus
Dort wurden während der NS- Zeit auch Patienten
Mit der Todesursache Herzstillstand oder ähnlichem

Im Totenschein den Angehörigen gegenüber verabschiedet
Heute hatte ich zu behandeln einen Fall religiösen Wahns
Einen vom Staatssicherheitsdienst eingelieferten Verschwörungstheoretiker

Als unzurechnungsfähig erklärte ich eine Psychotikerin
Eine Frau die vorgab hellsichtig zu sein entmündigte ich
Und einen Hellseher habe ich wegen Gemeingefährlichkeit

In die geschlossene Abteilung eingewiesen
Heute verbringe ich Zeit mit meiner lieben Familie beim Abendessen
Dann gehe ich in den Leonsclub oder Rotaryclub mal sehen

 

 

 

 

 

 

Im Cafe

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Das Schicksal wollte Es
Das Kismet fädelte Es so ein
Und das überreife Karma hatte Es beschlossen

Ein Ästhet und Schöngeist
Trafen sich im gleichen Cafe
Ist der Platz noch frei Ja bitte gerne

Dieser las gerade ein Buch
Es kann auch sein das Er schrieb
Ob Prosa oder ein Gedicht

Wer kann Es wissen wer war dabei
Wer hats gesehn nur das Göttliche sieht alles
Die Sonne manches und noch mehr

Verzeihung was tun Sie da gerade
O danke ich erbaue mich
Womit Nun Schöngeistigem Ahah

Pause Kaffeschlürfen Löffelklappern
Und Sie womit beschäftigen Sie sich
Nun mit Der Ästhetik der Wahrhaftigkeit

Noch nie gehört stammt dies von Ihnen
Was habe ich darunter zu verstehen
Zwei Frauen im Buche Die rote Blume

Kreierten und verkünden Sie
Und was genau beinhaltet dies
Zuerst hinabzusteigen in den Orkus

In die eigene selbsterschaffene Hölle
Und den Abgrund kollektiver Dämonie
Das verdrängte Unbewusste allemal

Um dann hinaufzusteigen
In die Sphären Hoher Ahnen
Mit den Göttern Tee und Kaffee trinken

Sie sind ja ein Schelm da gruselt mich
Angenehm wie ich an Ihrem Lächeln seh
Ich danke für Ihre Offenheit adieu

 

 

 

 

 

 

Gebrauchsanleitung

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Wir brauchen einander
Wo nicht herrscht Mißbrauch verborgen
Direkt brutal offen oder fein unmerklich

Lies eine Gebrauchsanleitung von Viagra
Und die möglichen Nebenwirkungen
Dann Mann O Mann entscheide Dich

Lies die Gebrauchanweisung zu atomarem Strom
Die Es nicht gibt und für die rostenden strahlenden Restmüllfässer
Beachte die nie beschriebenen lebensgefährlichen Nebenwirkungen

Lies ein spitzenneues Werbeangebot erweiterter Bedienungsmöglichkeiten
Der Mikrowellentelefone und wirf beides in den Sondermüll
Bevor Du ein Technikzombie und Seelenautist geworden sein wirst

Lies die Gebrauchsanweisungen der Waffenexporteure
Der BRD oHG und frage dann die Hersteller und den Staat die Ingenieure
Techniker Arbeiter und Bürodamen nach deren Gefahren und Nebenwirkungen

Lies einen Text der Dich unbehaglich fühlend nur unterhält
Unter unten hält und werfe Ihn Dich selbstliebend schützend in das Altpapier
Volksverdummung ist eine kommerziell gewinnbringende öffentliche Industrie

Lies ein Buch und spüre ob Es Deine Seele berührt
Du Dich darin geistig genährt erlebst und atme ein Gedicht
Das Dir herzöffnend die Tränen in die Augen treibt