Archiv für den Monat Juni 2018

Unerwartet

Standard

 

 

 

Heute war die Bank nicht leer
Ein Mann ja ein älterer Herr saß bereits dort
Und ich zögerlich grüßend
Doch Er blickte offen und einladend

So setzte ich mich neben Ihn
Wie ja wie alte Bekannte Freunde
Kennen wir und
Unmöglich doch nur woher

Was spielt dies für eine Rolle
Wir kennen uns alle aus dem Paradies
Was ist der Grund unseres Treffens
Du hast eine Frage eine lebenswichtige

Ja schon lange was ist der Sinn des Lebens
Du gibst Ihn Dir selbst Schule Karriere Ehe
Kinder Haus Versicherung Urlaube Rente
Kultur Sterbeversicherung

Nein nein bloß das nicht
Was dann was ist Dir zutiefst sinnerfüllend
Befriedigend befriedend heilsam heiligend
Schlicht und einzig freudig alles lieben

 

 

 

 

Werbeanzeigen

Warten

Standard

 

 

 

Da steht ein Baum
Auf einem Zweiglein ein Vogel sitzt
Er singt Dir Sein Lied

Die Wiese verströmt Blumenduft
Steht geschwängert in der Luft
Bunter Reigen Lebenslust

Die Katze sitzt vor einem Mauseloch
Harrt geduldig noch
Angespannte Sehnsucht

Die Turmuhr schlägt nicht mehr
Stille steht die Zeit
Atemloser Friede allumher

Du setzt Dich auf die leere Bank
Zu Dir rechts Dein Selbst
Links Dein Ich jetzt wir

Die Blätter rauschen
Der Vogel baut Sein Nest
Die Katze geht das Mäuschen schläft

Nur die Zeit bleibt angehalten
Denn die Bank ist Dir
Das Tor der Unendlichkeit allhier

 

 

 

 

 

 

 

Die Bank

Standard

 

 

 

Bei aller Wandlung des Lebens
Die Bank steht immer an Ihrem Platz
Eingewachsen mit Blick über den See

Abends nach getanem Tagwerk
Geht der Mann zu Ihr
Sie wartet ohne Ungeduld

Selten empfängt Sie weitere Besucher
Der Mann setzt sich wie in einem Tempel
Und blickt in die sich verklärende Abendsonne

Vielleicht war Er ja einer der Sonnenanbeter
Zoroastrier im Alten Persien Ahura Mazdas
Oder ein Zeitgenosse des Pharaos Echnaton

Der Aton die Eine Gottheit
In der Sonne verehrte
Sicher beides lächelt Er

 

 

 

 

?

Standard

 

 

Als Ich erwachte fragte ich mich betroffen
Was ist jetzt die wirkliche Wirklichkeit
Das was ich gerade im Schlafe erlebte

Oder diese Gegenstandswelt
Um mich her
Oder das Buch das ich gerade lese

Den Film den ich gestern sah
Der vergangene Tag
All die verflossenen Jahre

Und ich bekam die Antwort
Ja all dies ist gleichsam unwahr wahr
Jetzt in diesem heiligem Augenblick

 

 

 

 

 

Hausarbeit

Standard

 

 

Mein Haus ist ein
Palast der Liebe
Und mein Körper das Instrument

Auf dem meine Seele spielt
Und der Geist darinnen feurig brennt
Ich achte beide gleicherweise unterscheidungslos

Und so bügelte ich heute
In sonntäglichem Frieden atmosphärisch rein
Glättete die gewaschenen verknitterten

Hüllen meines Leibes
Dankend Schutz vor Kühle
Denn der Nacktheit schäme ich mich nicht

Glätte die Geschichte
Von Gewalt und Kriegen
Sanft gleitet das Bügeleisen

Über die Spuren vergangener gelebter Zeit
Und vollendet birgt das Schicksal
Frische glatte Wirklichkeit

 

 

 

 

 

Feuer

Standard

 

 

Gestern war ich zu einem Johannisfeuer
In Frieding welch ein Name eingeladen
Die Vermittelnde schon länger den Führerschein entzogen

Hatte ich abgeholt und einen Ihrer Bekannten
Sie kürzlich getestet Wahrnehmungs und Denkstörungen
Das haben Politiker und ich auch tröstete ich Sie

Der Freund und ich trugen für Sie eine schwere Kiste
Später verbrannte die Gestörte alte Papiere
Und ich fagte Sie  liegend ob ich etwas dürfte

Legte meine flache Hand auf Ihren Solarplexus
Dann die Herzhand auf Ihre Stirn Sie entspannte sich
Feuer ist in Allem Leben Lieben in Dir

 

 

 

 

 

 

Der Heilige

Standard

 

 

 

Entweder bin ICH der Systemfehler
Oder das System ist fehlerhaft
Was mag Ihm dann fehlen

Seit der Hippiebewegung steckt
Das Ganze fest ist mechanisiert erstarrt
Konservativ verhärtet überreglementiert

Kein Politikwissenschaftler Futurologe Soziologe
Psychologe oder Theologe und sämtliche Medien
Vermögen mir eine befriedigende

Befriedende Antwort auf das Rätsel zu geben
Ich fühle ein sich verstärkendes Unbehagen
An der Kultur der Gesellschaft ja dem Leben selber hin

Da erwähnt ein Freund wie beiläufig
Auf dem Campingplatz am See
Lebe ein Spinner so ein Heiliger

Ich suche Ihn auf
Bruder was ist Deine Antwort
Lass alle Angst und liebe

 

 

 

 

Schatten

Standard

 

 

Als ich in meine Einfahrt einbog
Lag Er auf der Straße
Die sonnengebleicht grau
Den Schatten eines Laubbaumes zeichnete

Es war zu spät auszuweichen
Und so überfuhr ich den Schatten
Zugleich des Baumes gewahr
Der im Lichte steht

Von Luft und Liebe lebt
Mir Dir uns das atmende Leben schenkt
Jenseits der Schattenwelt
Verdrängter dunkler Machenschaft

 

 

 

 

Sprache

Standard

 

 

 

 

Leg doch nicht jedes Wort auf die Goldwaage
Ei soll Es denn eine Bleiwaage sein
Nimms doch nicht so genau

Du ich sage Dir jetzt ein Geheimnis
Du darfst Es keinem weiter erzählen
Ei dann will ich Es nicht wissen

Früher rissen Sie einem die Zunge aus
Heute bekommst Du Redeverbot
Wie mir geschehen

Unbewusstes Sprechen erschafft Realität
Bewusste Sprache Wirklichkeit
Sprache ist das Gefäß des Geistes

Und in dieser Vase blühen die Blumen der Seele
Beseelen in Wahrhaftigkeit und Schönheit
Alles Leben wie die Sonne den Tage durchlichtet

Nur Angst schürt Verborgenes überwacht belauscht
Lieben spricht klar und rein ohne wenn und aber
Taghell für Alle vernehmbar eindeutig

Ich bin ein Priester der Sprache
Die uns die Götter verliehen
Deiner Rede Wohlgeruch steigt in die Himmel auf

 

 

 

Der Brief

Standard

 

 

Du kennst mich nicht
Und doch bin ich ein Wesensteil von Dir
Auch ist das Briefeschreiben heute aus der Zeit
Ich bin Ihr eh verloren längst erstorben

Was dieser Tag mir war
Das magst Du selbst erspüren
Oft habe ich zu Dir hingesonnen
Wärmende Strahlen zu Dir hingesand

Ich bin der Welt verloren
Dir unsichtbar ja unbekannt
Doch soll Dein Auge sich erfreuen
Tanzen Dein Herz wie neugeboren

Es ist nur eine Spur
Die hier gelegt wohl zu Dir selber führt
Lass mich Dein Wegbegleiter sein
Nur jetzt in diesem heilgen Augenblick

Was ich auch denke
Sinne blinkenfühlend spüre
Nur eine Blume findet Worte hier
Der Abend mondendämmert
Ich bin in Dir mit Sternefunkeln

Und wenn das Lid der Augen
Sich wolkengleich vor die Gedanken schiebt
Der Schlaf uns süß vereinigend umfängt
Sind wir Getrennte einst
Eins am Himmelzelt als leuchtendes Gestirn