Archiv für den Monat Mai 2018

Fragwürdig

Standard

 

 

 

Ein Rechthaber ein Zyniker und ein Spinner
Warteten an einer Bushaltestelle
Es regnete in dem Wartehäuschen

Der Bus hatte Verspätung
Und ein Straßenhund gesellte sich
Verdruxt Schutz suchend dazu

Da bekam Er einen Tritt
Und der Hund biß Ihm in die Hose
Rein der selbstschützenden Abwehr wegen

Der Spinner verließ das Häuschen
Ging hinaus in den Regen
Und der Hund folgte Ihm

 

 

 

 

Advertisements

Ich

Standard

 

 

 

Als ich erlernte
Zu mir Selbst
Als von einem ICH
Zu sprechen erschuf Ich
Das Du getrennd von mir

Und verlor mich
Ehedem von mir als Selbst
In der dritten Person sprechend
In die Welt geteilten Seins
Das viele Iche enthält

Die Ge und Verschiedenheit
All jener fremden Iche
Bereitete großen Kummer
Darin ja Feindseeligkeit
Und Unverstand einhergingen

Bis ja bis Ich
In den innersten Tiefen
Den weitesten Höhen
All jener und mir
Das Urich freudig wieder fand

 

 

 

 

 

Kasperltheater

Standard

 

 

Da gab Es den Teufel
Und mulmig war Es mir mit Ihm
Und den Räuber der war nur schlimm

Die Oma na ja roch etwas ältlich
Und der Polizist war halt sehr streng
Der Seppl komisch peinlich fast wie ich

Und das Krokodil roch aus dem Mund
Der Kasperl später Kaspar Hauser
Und ich war jede Figur das Kind noch heute

 

 

 

 

Das Zählwerk

Standard

 

 

 

Als ich geboren 1
Warst Du Mutter mir 2
Wir beide also 1

Die Halbschwester 3
Der vaterlose Knabe 0
Die Sonne 4

5 die Nacht
Sex der Hunger
Und 7 der Durst

Blähungen ach die 8
Und 9 die nachbarlichen Hausbewohner
10 und 11

Ja die Stille 12
Und Sprache 13
14 die Freude

Und Trauer 15
So geht Es hin
Bin heute bei unendlich

Und morgen
Morgen nein heute schon
Sei Es ewiglich

 

 

 

18.Mai Seefeld Hechendorf
Während einer 11tägigen
24/7 Betreuung eines älteren Herrn mit Parkinson

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Das Ende der Welt

Standard

 

 

Schließlich gelangte ich
Auf meinem Lebensweg unvermeidlich
An das Ende der Welt

Ein Bretterzaun
Mit der Aufschrift
Betreten verboten

Kein Wächter kein Soldat
Ich kletterte darüber
Und stand im schattenlosen Licht

 

 

 

 

 

 

Der Archäologe

Standard

 

 

 

 

Die Tage doch was ist schon ein Tag im Angesicht der Ewigkeit
Fand ich im Sande verwehter Zeit im Lande derer
Die eine Schlange inmitten Ihrer Stirne trugen
Pharaonen im Ägyptenland einen noch unbeschriebenes Papyrus

Schade dachte mein Verstand doch mein Herz frohlockte
Und meine Seele hüpfte vor Freude wie ein Kind

So liegt Es hier vor mir tausende von Jahren schon harrend
Und doch jungfräulich die Beschriftung raschelnd erwartend
So nahm ich meine Feder und tunkte Sie in das Tintenglas

Und ließ meiner Hand freien Lauf wie einem jungen Pferde die Zügel hingegeben
Was ich dann bas erstaunt zu lesen bekam
Weiß nur der Sphinx im Angesicht der Pyramiden lächelnd
Dir zum Rätsel mir zur Lebensfrage

Die zu beantworten Du jeden Tag geschenkt
Jede Woche verliehen und den Mondenmonat noch dazu
Ja das ganze Sonnenjahr mit Deinem Blute selber Antwort bist

Denn der Nil ist Deine Ader der Lebenskraft und jeder Herzschlag
Gleicht der fruchbaren Nilschwemme im Frühjahr
So das Du Deiner Wünsche Taten Same säest
Um zu ernten was Du geliebt

Möge Amun und Aton Dir Ihre wärmenden Strahlen schenken
Und das Feuer auf dem Altar des Herzen brennen ewiglich

 

 

 

 

Kairo 12.Dezember 1836
Casper Francaie

 

 

 

 

 

Der Verbrecher

Standard

 

 

Früher brauchte ich in Wahrheit
Mein Ego den Verbrecher
Um sich gut besser gerecht

Human christlich sozial
Demokratisch und tollerant
Pazifistisch liebend zu sehen

Denn ich war ja nicht wie Er
Heute weiß ich spüre und fühle ich
Der Gebrochene ist mein Bruder

 

 

 

 

 

 

Der Liebhaber

Standard

 

 

Ja ich liebe die Vase gleicherweise
Wie die Blumen darin geschmückt
Die der Geliebten geschenkt

Ja Ihren Körper liebe ich
Wie Ihre Seele darin geborgen
Und den Geist uns geschenkt

 

 

 

Morgen

Standard

 

 

Morgen ist ein unentdeckbares Geheimnis
Jenseits des Schleiers der Zeit schon wirksam
Wartend wie eine Geliebte

Immer zugleich Frühling
Des Sommers Herbstes und Winter
Scheu wie ein Reh im Walde

Luftig der ziehenden Wolken eine
Und Heilig wie das Licht
Dem der Schein entlehnt
Allzeit das Feuer kündet

 

 

 

 

11.Mai

Während der 11tägigen 24stundenbetreueung
Eine älteren Herren mit Parkinson

 

 

 

 

 

Lassen

Standard

 

 

 

Was soll ich lassen
All jenes das Dir Beschwernis
Was Dich angstvoll belastet

Wie soll ich Es lassen
Du bedankst Dich dafür
Und segnest Es

Läßt Es denn auch mich los
Alles hast Du eingeladen
So kannst Du Es auch verabschieden

Die süßen Früchte
Deines Entlassens
Sind Gelassenheit