Archiv für den Monat September 2017

Das Fenster

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Es gibt Menschen
Deren Zeitfenster bald geschlossen sein wird
Ihr Mantra Zeit ist Geld
Und
Keine Zeit
Lässt vor den geöffneten Fensterscheiben
Geldscheine wie Herbstlaub im Winde wirbeln
Und Sie beugen sich weit hinaus
Deren viele zu ergreifen
Stürzen mitunter hinunter und fallen
Der Zeit zum Opfer

Jene Zeitverarmte
Sehen das Fenster vergittert
Und ihre digitalen Chronometer
Ticken laut und fordernd wild
Pipsen und summen in einem fort
Jede Sekunde ein kleiner Tod

Dann hat Es da Die
Welche alle Zeit der Welt geschenkt
Deren Fenster ist rund nach oben hin
Und weder Glas noch Gardinen
Mindern die herrliche Aussicht
Sie lauschen den Vögeln
Vernehmen hingewehte Lieder
Baden in gleißendem Sonnenlicht

 

 

 

 

 

 

 

Das Portal

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Für ein Tor zu groß
Majestätisch mächtig
Ja fantastisch überidisch anmutend
Stand Es allzeit offen

Nur
Ein Flügel nach innen
Der linke nach außen

Menschen und Wesen
Gingen darin ein und aus

Manchmal bewegten sich die Flügel
Wechselten die Richtung
Oder standen kurzweilig
Aneinander berührend
Wie verschlossen

Dann ragte ein Schlüssel
Aus dem Schloß hervor
Nur verkehrt herum
Der Schlüsselbart nach außen weisend

Und wer hindurch wollte
Führte den Schlüssel in sich selber ein
Da an jener Stelle sich das Herz anfühlt

Ich ging weder hinaus
Noch hinein
Mir oblag Es die Scharniere
Regelmäßig zu ölen
Und all die vielen Steine
Zu entfernen die so manchem
Vom Herzen gefallen waren

Denn unter der Türe zuliegen
Hätten die Kleineren Sie verklemmt
Nun waren Es sehr viele Geröll
Und Felsbrochken die ich
Durch mein Hinsehen einfach
In eine Blume dann einen
Schmetterling und zuletzt
In einen Vogel verwandelte

So war immer alles schön
Aufgeräumt und ungehindert
Strömten die Wesen und Kräfte hindurch

Selten bis gelegentlich
Blieb das Portal kurz verschlossen
Dann drohten die Menschen
An Ihren eigenen Seelischen
Ausdünstungen emotionaler Art
Zu ersticken bekamen Beklemmungen
Und die freigesetzte Angst auf Erden
Wurde zu Ihrer tötlichen Atemluft
Vergiftender Gedanken Brodem

Immer dann kam ein Kind
Oder eine Katze Hund auch Pferd
Sang ein Lied miaunzte winselte und wieherte
Bis sich das Portal wieder öffnete
So habe ich geträulich zu berichten
Den Schlafenden Träumenden
Und Erwachenden zu Gefallen

 

 

 

 

Der Ton

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Da war ein Ton
Die Einen lauschten
Die Anderen verzogen das Gesicht

Dann war da ein Klang
Jene erhoben das Haupt
Zu sehen woher Er käme
Diese schüttelten nur unwillig den Kopf

Jetzt erscholl eine Melodie
Sie lächelten
Jene aber verzogen das Gesicht

Wie auch Gesang anhub
Sie stimmten ein
Und wurden selbst das Lied

 

 

Für Tümata

Besucher

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Es klingelt
Jemand pocht an mein Küchenfenster
Vor der Türe
Ein Außerirdischer
Gott in Verkleidung eines Bettlers
Die Zeugen Jehovas
Ein Futterspendensammler eines Kleinzrkusses
Der Schornsteinfeger
Ein Packetlieferant für die Nachbarn
Der Staatssicherheitsdienst
Raubmörder
Wie im Nachbarort letztjährig geschehen
Ein Verehrerin die mich verführen will
Das Ehepaar mich auf einen Kaminbrand
Hinweisend der so funkensprühend prachtvoll war
Mein Sohn unangemeldet wie Seiner Natur Wesensart
Gevatter Tod
Nein und alles Zusammen
Ein junges Paar
Sie wollen mit mir über das Göttliche
Unsere und Ihre Welt sprechen
Das geschieht dann in lebendiger Freude
Irgendwann ist Es genug
Alles aus und angesprochen
Saaten gelegt
Unkraut äh Wildkräuter gejätet

Kommt gut heim
Danke für Euer Vertrauen
Adjeu

 

 

 

 

 

 

 

Liebe

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Noch nicht

Die Kratzspuren Deiner Fingernägel
Auf meinem verschwitztem Rücken
Deine wundgeküssten Lippen
Und Dein glühender Schoß

Ach
Deine Seele gestreichelt
Angehaucht umhüllt

O
Das Feuer Deines Geistes
Wo vordem nur Asche und Glut
Entfacht zu haben

Du
Mir Dein rückhaltloses
Vertrauen schenkend
Macht den Speichel selbst
Zum Elexier des Lebens

Jetzt

 

 

 

 

 

Sonne

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Immer dann
Wenn der Vorhang der Nacht
Hinweggenommen
Huldigen wir Dich Licht

Spielen die Dunklen
Ihre Dramen
Und die Verfinsterten
Ihre Tragödien

Sind Deine Funkenkinder
Sprühend leuchtend unentwegt
Bis in das Augenlicht
Heller Spur Künder

Den Tag liebend feiernd
Sich an uns verschenkend
O welch eine Wonne
Dank sei Dir

 

 

 

 

 

 

Sturm

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Mag Es Dir auch heute noch
Nur wie ein Herbststurm erscheinen
Stürmischer Zeiten Zeichen
Vorboten sind Es wohl
Denn die Engel weinen
Umkehrend alle Werte
Springt der Pol

Nicht nur den alten Muff
Aus den Talaren zu wehen
Zerfetzt werden sie werden
Und mancher Hut hinweggefegt

Auf das gereinigt was verunglimpft
Damit erfrischt was giftger Brodem war
Was morsch und locker faul geworden
Zerbricht im erstarrten Zeitenwahn

Die vier Winde sind los
Und reißen hinfort
Was all zu lange verharrt
Führt dies und jenen
An ungeahnt neuen anderen Ort

Kein Stein auf dem anderen
Kein Zeiger der Uhr
Keine Fahne die noch flattert
Sind wir Wanderer
Auf der Unendlichkeit Spur

 

 

 

 

 

 

 

Aufstieg

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Ach Du mein Tierchen
Hund Katze Vogel Pferd
Das Ihr doch Mensch nun wäret
Gleich mir und ich der Engel einer
Flügellos im reinen Licht

So will ich Euch Freund Lehrer
Vater und Begleiter sein
Auf meiner Reise zu mir
Wie auch Ihr mich geführt
Getragen geliebt

 

 

 

Südfrankreich
Okcetanien

 

 

 

 

 

 

Evolution

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Ach Du mein Blümlein
Stehst hier fest gegründet
Wiegst Dich sachte im Wind

Umhüllt mit Deiner Schönheit Kleid
Wie wünschte ich mir für Dich
Das Du der Freiheit Bewegung erführst

Ja ein Schmetterling seiest
Hin gaukelnd verzückt im Licht
Freies Tier nun wurzelbar

 

 

 

 

Südrankreich
Okcetanien
6.September 2017

 

 

 

 

 

 

 

Involution

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O Du mein fester harter treuer Stein
Gibst meinem Fuße Grund und Halt

Trägst meiner Schritte Tritt
Auf meinem Lebensweg

Ich wünsche inniglich
Du seiest bald eine Blume
Schön und lieblich duftend anzusehn

Mir und allen Sternenkindern
Augenweide bunter Freude

 

Ussat le Bains
Tal der Arrieg
Südfrankreich
6.9.17