Archiv für den Monat September 2017

Der Schlüssel

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Heute jetzt in diesem Augenblick
Sind alle Schlüssel verteilt
Das größte Geschenk der Freiheit

Worin Sie passen
Ich habe ja gar kein passendes Schloss
Mag die Angst erwidern
Was soll der Unsinn

Und wie verhält Es sich
Mit Vertrauen und Mißtrauen
Weiblich und männlich
Tier und Mensch
Dem sogenannte Gutem und Bösem
Krieg und Frieden
Lüge und Wahrhaftigkeit
Empathie und Sympathie
Fremdwörtern und Muttersprache
Mitgefühl und Verinnigung

Wie Dein Schlüssel passt darin
Nicht hinein
Dann nimm eine Brechstange
Dynamit oder wirf das Schloss
In einen Fluß
Der sich in das Meer ergießt
Regen Tränen Hundekot und Deinen
Schmerz wie auch die Hoffnung
Vereinigend befreit in sich trägt

 

 

 

 

 

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Jetzt

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Jetzt gibt Es nur noch
Dich und mich

Du bist mein Spiegel
Der vor Kälte zerspringt
Oder in der Hitze zerschmilzt

Dazwischen jenes Wir
Nur Licht
Jener Glanz des Liebens

 

 

 

 

 

 

Morgen

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Morgen morgen
Nur nicht heute
Sagen alle faulen Leute
Volks und Kindermund
Tut Weisheit kund

Morgen wird sein
Was ich heute nicht getan
Was ich heute gewirkt
Sich dazwischen
In der Schlafensnacht gebiert

Morgen habe ich die Saat der Angst
Oder die Frucht des Liebens zu ernten
Die Zukunft liegt in Deinen Händen
Wie ein junger Vogel
Der aus dem Nest gefallen

Rühre Ihn nicht an
Denn Er ist heilig
Seine Eltern riechen den Menschen
Der so manchesmal
Ihre Gelege beraubt

Greifvögel Raubzeug nennt
Wie das
So der Adler in den Lüften
Längst den Wurm auf der Erde
Sich windend sieht
Gackert ein Huhn
Eben ein Ei gelegt
Freudig beglückt in die Welt

 

 

 

 

 

 

Gestern

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Gestern war ich in München an der Hackerbrücke
S-Bahn fahrend abends heimwärts eingestiegen
Das Oktoberfestvolk tummelte sich bunt
Manch stämmiger Mann hatte schwache Knie
Und sein edles Antlitz war vom Rausche leicht entstellt

Ich traf einen Wörthseer Lebenskünstler auf der Wartebank
Wir freuten einander
Zwei drei Maßkrüge habe Er getrunken
Zuhause einsam suchte Er im Festgetümmel Nähe
Und fand Sie traurig lächelnd dort nicht

Wir sprachen über das Leben
Und ein junger Mann E Buch lesend
Fand sich in unser himmelstürmendes Sprechen
Alsbald einbezogen obwohl müde offen genug
Die Welt aus den Angeln gehoben zu erleben
Nüchtern sei Er auf Anfrage und trug zwar
Kein Lebkuchenherz mit der Buntschrift
Ich liebe Dich doch Er tat Es einfach so

Rasch kamen wir am Heimatort an
Die Zeit sei verflogen meinte Karl
Wir umarmten uns und wünschten
Unsere Wege trennten sich
Einander Gute Nacht
Trunken vom Wein der Liebe

 

 

 

 

 

Heute

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Was soll schon gewesen sein
Alles ist
Das Pferd in der Hand meines Hufschmiedes
Und der Hofhund des Stalles
Dann Hühner und Rinder

Schmetterlinge des Nachmittags
Raben des Abends
Und unten am Seeufer auf dem Weg
Eine Kröte erdig schön

Und ja auch das
Ein Igel vor unseren Füßen tippelnd
Auf der Bank zwei alte Freunde
Brüder eher Weggefährten
Wie all das Geschwistergetier
Heute allhier
Welch ein Segen

 

 

 

 

 

Die Wahl

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Wer die Wahl hat hat die Qual
Zwischen Schwarz und Weiß
Fehlt die Dritte Kraft
Bunt

Zwischen Gut und Böse
Verkehrt sich das Gute
In Sein Gegenteil
Fehlt die Einende Kraft
Jenseits von Gut & Böse

Zwischen Arm und Reich
Sattsammer Ausgleich
Und der Katholischen Kirche
Und dem Protestantismus
Gibt Es immer noch das Christentum

Und Angst oder Lieben
Das ist hier die Frage
Du wählst ständig
In jedem Heiligen Augenblick
Setzt Dein Kreuzchen heute
Oder bringst Es auf den Punkt

Wer nicht für mich ist
Ist wider mich
Dazwischen jenes laue
Lieb haben und lieb sein
Schale Sympathie
Und bittere Antipathie

Empathie auch ein Konstrukt
Fremdwort einer toten Sprache
Des Latein der Herrschenden einst
Klerus und Natur Wiedernaturwissenschaft

Ich wähle Mitgefühl
Oder hattest Du heute schon empathiert
Nein mich wählte das Mitfühlen
Ich brauche nichts weiter zu tun
Nur lieben freudige Qual der Wahl

 

 

 

 

 

 

Am Abgrund

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Die Verfolger hatten uns bald erreicht
Wir standen am Abgrund
Überleben würde keiner von Uns
Das war gewiss
Denn Wir waren für Sie das verkörperte Böse
Ihre Angst Ihr Hass grenzenlos

Einige der Unseren verharrten
Sollten Sie springen
Sich niederwerfen
Um Gnade flehend
Einander umschlingen
So im Tode wenigsten vereint

Andere erstarrten
Schon seelisch gestorben
Brachen schluchzend zusammen
Krümmten sich in Todesangst
Wimmernde Bündel des Mitleides

Einer zwei dann drei
Wandten sich um
Aufrecht blickten Sie den Häschern
Fest und klar in die Augen

Jene hielten inne
Zögerten überrascht
Etwas verwandelte sich in Ihnen
Sei Es eine fremde Macht
Ein unfassbar Größeres
Denn Ihr Vernichtungswille

Sie kehrten zögerlich um
Und entfernten sich aus der Zeit
Von der Unendlichkeit geführt
Über die Brücke des Leids
Gingen auf im Lichte der Ewigkeit

 

Für Antje Sofie Lachenmaier

Das Spiel

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Liebende Julie
Die Spielregel lautet
„Mensch freue Dich“
So gebe ich weiter was Du mir geschenkt
dankend
Joaquimsherz

kein Filmleben

Wenn du erwachsen bist, wirst du alles verstehen….

Es ist nicht nur irgendein Spiel, es ist das Spiel. Ein Spiel dessen Entscheidungen alles verändern können. Ganz egal, wie es dir geht, wo du dich befindest oder was du gerade vorhast, du wirst es spielen, denn du hast keine Wahl. Dieses Spiel hat nur einen einzigen Anfang und ein einziges Ende, alles, was du entscheidest wird nicht nur den Verlauf und die Ereignisse, sondern auch dich grundlegend verändern und prägen.

Es ist das Spiel dessen Entscheidungen dich formen, und beeinflussen, das Spiel das nicht nur du alleine spielst. Du bist Spielfigur in einer großen, unsicheren Welt, fühlst dich verloren zwischen all den Mauern und Zäunen, die dich umzingeln, bist eingeengt von dir selbst und hast doch alle Freiheiten, dir zu nehmen und zu geben was du brauchst. Andere Figuren werden dich bedrängen, dich einschränken und beobachten, denn du bist nur ein…

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Der Sailer

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Zu einer Zeit
Da das Handwerk
Neben dem Adel und der Kirche
Der dritte Stand hohes Ansehen genoss
Trat in die Werkstatt eines Sailers
Der Scharfrichter der Stadt
Und erbat ein kräftiges Sail

Dem Manne wurde bang
Und so wollte er sich hinausreden
Ein solch dickes Sai gerade nicht zu haben
Der Henker gab zu bedenken
Den Rat der Stadt über den Vorfall zu berichten
Da wurde der Sailer kleinmütig
Ging nach hinten und legte das Geforderte vor

Alsbald fand unter den Augen der Bürger
Eine Hinrichtung statt und dem Sailer
Wurde das Herz gar schwer
Unfroh seitdem erlosch bald Seines Lebens Licht

Im nächsten Leben wurde Er denn derart
Von einem scheinbar grundlosem Schmerz heimgesucht
Einer Scham und Schuld geqäult
Das Er schon in jungen Jahren sich als Messner
Der Kirche antrug

Nun war eine Seiner Aufgaben
Das Geläut zu bedienen
Und der Anblick der Saile ließ
Ihn gar beklommen sein und Er wusste
Sich keinen Rat

Späterhin fand in ein Ministrant
Aufgehängt an dem Glockensail
Dessen Stärke Seine Schwäche wurde

Doch soll die Geschichte
Ein glückliches Ende nehmen
Wie das Leben selber unser aller
Glück nur will wenn Wir Es lieben

Und unser Schwerenöter fand sich
In einer Umgebung da ein Gefangener
Ob Er Es selber war oder Du gar ich selbst
Wer kann das wissen wer war dabei
Wer hats gesehn der also gefesselt
Mit einem dicken Sail vom Leben
Zum Tode befördert werden sollte

Rasch fasste Er sich ein Herz
Durchschnitt dem Bruder Mensch
Die Fessel und floh mit Ihm
In die weite Welt hinaus

Der Gefangene aber
Das war ein Engel
Denn ICH habe Euch nur Engel gesandt

 

 

 

 

 

 

Die Treppe

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Da liegt die erste Stufe vor Dir
Dann setzt Du Deinen Fuß auf Sie
Wer Sie gelegt erbaut
Verliert sich in der Zeiten Lauf

Du betrittst die zweite Stufe
Und hast die Vergangenheit verlassen
Die dritte wartet schon auf Dich
Zukünftiges liegt vor Dir

Mit der Dritten bist Du
In der Gegenwärtigkeit angelangt
So gehst Du aufwärts stetig voran
Bis des Abends die Sonne
Sich hinter die letzte Stufe verhüllt

Dann brichst Du zusammen
Wirst selbst zur Stufe
Schreitest über Dich hinweg
Dir selber Weg und Steg
In die Unendlichkeit
Zeitlosen ewigen Währens