Archiv für den Monat Mai 2017

Der Tropfen

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Früher hieß man herabsetzend
Einen Unliebsamen Menschen
Du Tropf

In einer Wolke wer hat Sie gesehen
Wer war dabei wer kann Es wissen
Bildeteten sich gerade zwei Tropfen

Huij spricht der Erste
Sieh da unten das Meer

Ach was soll das sein
Das Meer ich sehe nur
Flächiges Dunkelgraublau

Das ist die See
Darin sind alle Tropfen entstanden
Und kehren wieder zurück

Was ein Unsinn
Ich glaube solche Geschichten nicht
Zumindest kann ich mich nicht erinnern
Schon einmal da unten gewesen zu sein

Dann werden wir bald abregnen
Vielleicht über der Wüste
Da verdampfen wir sogleich
Und hurtig geht Es wieder himmelwärts

Du mit Deinen Absonderlichkeiten

Oder ein Kind öffnet den Mund
Streckt die Zunge heraus
Und kostet Dich als Frühlingsregen

Kindischer Unfug all das Zeug

Dann bleibt noch
Du landest in einer Schmutzwasserpfütze
Oder wäschst eine Blutlache hinweg

Schauermärchen Weibergeschwätz

Auf einem Rosenblütenblatt
Das wäre schön

Da fiel das andere Tröpfchen herab
Geradewegs in ein loderndes Lagerfeuer
Und verzischte wieder himmelwärts

Die Rose jedoch schillerte diamantengleich
In einem Sonnenstrahl das Tröpfchen
Regenbogenlicht

 

 

 

 

 

 

 

Im Spiegel

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Letzte Nacht
War ich hinter dem Spiegel
Wie Du

Und heute nach dem Aufwachen
Wohlgemerkt noch kein Erwachen
Sah ich in den Spiegel

Alles um mich herum
Jedes jeder wurde durch mich
Zu mir

Du vermutest ich sei verrückt
Hätte Drogen genommen
Den Wein der Liebe wohl

Und was ich sah
Erschuf ich erst durch mich
Den Blick darauf lenkend
Das Augenmerk
Aufmerksamkeit
Achtsamkeit
Wohlwollen
Ja dazu sagend
Dafür sprechend
Innwendig
Und außwendig

Schließe die Augen
Halte Dir Deine beiden Ohren zu
Was bleibt bist Du

Und der zerbrochene Spiegel
Nur ein atomisierter Scherbenhaufen

Deine Erinnerung
Deine Träume so gefühlt
Deine Angst Wut Trauer und Freude

All das gibt dem da draußen
Erst jene Bedeutungsenergie
Verlebendigt scheinbar Totes
Erschafft Beziehung
Geht in Resonanz

Jetzt bald
Es ist nach Mitternacht
Lege ich meinen Körper
Wieder in Sein Ruhebett

Und gebe meine Seele
Wie ein Falkner frei
Das Sie wieder hinter
Den Spiegel fliege
Von Angesicht zu Angesicht
Erschaue das Antlitz der Liebe
In Dir

 

 

 

 

Der Traum

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Ich befand mich in einem Saal
Kuppelgewölbt sternenverziert
Um mich her in einem Halbrund
Zu meiner linken ein stattlicher Berg
Aufgeschichteter Geldscheinbündel

Daneben eine schwere Kiste angefüllt
Randvoll mit Gold Juwelen und Geschmeide

Dann ein Tischchen belegt mit Büchern
Uralten verschollenen Werken
Auch der verbrannten Bibliothek Alexandriens

Da eine kleine Gruppe schönster Frauen
Hüftgeschwungen brüsteschwer rehäugig
Kirschenpfirsicherdbeermündig blond
Braun schwarzgelockt

Nun ein Ensemble rassiger Pferde
Windspiele Sportwagen Motorräder

Ein letztes auf kleiner Säule
War es Schale Pokal Kelch

Da trat ein Wesen auf mich zu
Willkommen all das ist Dein
Nur auf eines trifft die Wahl
Prüfe erwäge wohlbedacht empfunden

Schwer die Versuchung hin und her
Danke doch sprecht was hat Es
Mit der Schale jenem Gefäß auf sich

Dies ist der Gral

O was birgt Er
Mir verborgen unsichtbar

Sieh spüre tief in Dich hinein
Was je ein Mund ein Kehlkopf
Stimmbänder beflügelt
Herzgestimmt als Schöpfung
Heilges heilendes Wort ausspricht
Einem Bittenden Irrenden Verwirrtem hin
Das ist die Kraft die liebend Leben neu erschafft

Da erwachte ich

 

 

 

 

 

 

Der Sufi

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Auf einem gesellschaftlichem Ereignis
War auch ein Sufi eingeladen
Erkennbar an Seiner bunten Tracht
Und dem Käppchen auf dem Haupt
Streifte Er umher saß in einem Sessel
Selber Zierrat Neugierde erweckend

Ein Kunsthändler fragte Ihn
Was Er denn darstelle sei
Danke der Nachfrage
Etwa so wie die Farbe
Auf einem Bild
Das was dargestellt wird
Lässt Sie unberührt
Doch ermöglicht Sie Es erst
Durch sich selbst fühlbar werdend
Der Kunsthändler lächelte
Irritiert und grüßte

Da trat ein Geistlicher an Ihn heran
Nun mein Sohn was hat es mit Euch auf sich
Ehrwürden wir sind was wir begehren verehren
Das Gebet ist uns die Einladung
Gebet das worin der Duft der Blume schwingt
Der Pater lächelte huldvoll und entschwand

Nun konnte Es sich ein Wissenschaftler
Nicht verkneifen die Versucherfrage zu stellen
Sagen Sie werter Herr wie halten Sie Es mit Gott
Ach das ist ganz einfach
Wie der Liebende und die Geliebte
Und die daraus erwachsende Kinderschar
Nebst Verwandtschaft Nachbarn
Wetter Land und Tag und Nacht
Sonne Mond und Sternen

Interessant wirklich sehr interessant
Ja haben Sie Dank und Er entschwand

 

 

 

 

Mein

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Mein Spielzeug
Mein Auto
Meine Frau mein Haus
Meinungen und Meineide

Nichts ist meines
Alles ist mir geleihen

Nackt und besitzlos
Selbst der Körper
Bewohnt nur auf Zeit
Kam ich auf die Welt

Und besitzlos und nackt
Unter den letzten Kleidern
Die ich drüben eh nicht brauche
Werde ich Mutter Erde wieder verlassen

Was zurückbleibt
Ist eine Lichtspur
Allüberall da ich Ihr
Ein Liebender war
Dir und mir allem hin bin

 

 

 

 

 

 

Der Reisende

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Als ich ankam
War ich mir nicht bewusst
Diese Ausgangslage nannten Sie später
Ich bin da und dort geboren
Wo ich vordem war
Darüber wurde nicht gesprochen
Sie erklärten alsbald ich müsste
Mich früh vorbereiten auf die
Große Reise ins Leben

Kindergarten Hort Schulen
Denn dann würde Es erst richtig beginnen
Das Leben als Beruf
Der Ernst des Lebens

Oft streunte ich umher
Und verabsäumte meine mir
Auferlegten Reisevorbereitungen
Die Reiseleiter waren dann sehr traurig
Doch für mich war alles ein
Ständig unterwegs sein

Alles kam verwehte
Blieb eine Weile
Welkte zersetzte sich
Verblasste erlosch und starb
Auch das Vergessen war so etwas
Und die Lügen
Dann wollten Sie irgendetwas
Nicht auf die Reise schicken
Es sollte für immer festgemacht
Gefangen gehalten oder sogar getötet sein

In den Büchern wurde viel gereist
Und in der Fantasie da eh ständig
O ja die Träume die sind ganz wunderbar

Vor Ortsveränderungen werde ich immer
Reisefiebrig doch das gehört dazu
Wie die Schmetterlinge im Bauch beim Verliebtsein

Heute habe ich zwar nicht die ganze Welt
Bereist doch im Geiste war ich überall
Und seelisch bin ich Es sogar

Ich habe einen alten Koffer
Und eine Leinenreisetasche
Einen Rucksack voller Herz

So brauche ich nicht irgendwohin
Denn ich bin ja da
Ganz bei mir

 

 

 

 

 

 

 

Von den letzten Dingen

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Als an den Rändern der Zeit
Eine Maus zu nagen begann
Darauf eine Katze sitzt
Die  fernem Hundebellen lauscht

Wölbte sich das Firmament
Der Unendlichkeit sternenbestickt
Über die Szene lichtverzückt

Im Zentrum
Dort wo aller Mittel Punkt
Bebt zitternd feurig eine Kraft

Aus der sowohl die Maus Hund und Katz
Welt Zeit Unendlichkeit als auch
Dein Herz erdacht
Des Liebens Gold erschafft

 

 

 

 

Widmung

Christi Himmelfahrt sei heute Feiertag in Bayern
Behaupten Sie die Seine gefolterte Leiche am Kreuz verHERRlichen
Mutter Erde hat Ihn zu Gast bis auf den heutigen Tag
Sie feiern ich hab Es selbst gehört gesehn
Das Hochzeitsfest von der Toten Auferstehn

 

 

 

 

 

 

 

Die Philosophie des Liebens

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O wie schön
Ach wie wunderbar
Sieh wie seltsam
Schau die Pracht
Erkenne jene Weisheit darin
Spüre den Hauch der Vollkommenheit
In jeder Blume
Sei wahr wie die Sonne
Licht wie der Tag
Unergründlich sternengleich
Ermutige durch Anmut
Verstehe ohne wissen zu wollen
Sei klug frei von Eitelkeit
Arglos wie ein Kind
Lebensweise wie ein Greis
Still und leise
Brausendes Meer
Mann und Frau
Göttlich Engel und Tier
Fühle das Licht in jedem Augenblick
Dankbar bist Du der
Durch den das Licht selbst die Welt erblickt
Deute die Nacht als schwangeren Tag
Und die Finsternis als Sehnsucht
Nach dem Licht
Erschrick vor der Lüge nicht
Sie ist nur die Gehilfin der Angst
Und die liebende Seele
Hat zu Ihrem Gemahl den Geist der Wahrhaftigkeit erkoren
Vertrauen ist Ihr erstes Kind
Zuversicht das zweite
Hoffnung wird das dritte genannt
Sie alle wohnen im Paradies des Herzens ewiglich

 

 

 

 

 

Du da drinnen

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Gefangene meiner Absichten
Verurteilte meiner Berechnung
Trage ich ein Gefängnis
In mir mit mir herum

Heute ist allgemeine Begnadigung
Denn ich habe mir verziehen
Weil ich Dir vergab
Wie auch
Du hast nie etwas getan

Nur weil Du Deine Rolle spielst
Muss mein Stück kein Drama werden
Denn die Göttliche Komödie
Führt die Verirrten zurück
Ins Paradies

Geleitet die Verwirrten
Wieder in den Garten Eden
Und vor dem Abgrund
Steht ein Pappschild

Wegen Hinfälligkeit geschlossen
Betreten auf eigene Gefahr
Eltern haften für Ihre Unvernunft
Kindern ist der Eintritt freigestellt

 

 

 

 

 

Du da draußen

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Sternenfunkeln
Lichtspuren in der Schwärze der Nacht
Du
Farbenbunte Schönheit
Der Blumen Duft
Du
Frühlingskonzerte
All der Vögel Jubelgesang
Du
Katzengeschmeidigkeit
Hingeschmiegte Zärtlichkeit
Du
Ach diese Fülle
Jener Reichtum Glanz und Herrlichkeit
Sonnengold
Immer Du
Das Lächeln eines Menschen
Dich sehe ich darin
Und Sein Augenglanz
Du blickst mich an
Selbst die Luft
Die ich atme
Du Geliebte
Und mein Herz
Pocht für Dich
Geliebter
In mir