Archiv für den Monat April 2017

Die Arbeit

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Früher war ich des Geldes wegen Arbeitender
Hatte diesen und jenen Beruf ausgeübt
Jobte so dann und wann
Dazwischen immer wieder arbeitslos

Heute habe ich meine Leichen
Aus dem Keller exhumiert
Und würdevoll bestattet

Den Dreck unter dem Teppich hervorgeholt
Und den Scherbenhaufen
Den ich hinterließ aufgekehrt
Das zertrampelte Porzellan beseitigt

So kann ich mir wieder
Unbefangen im Spiegel meiner Selbst
In die Augen sehen
Denn die Freiheit die ich immer beanspruchte
Gewähre ich jetzt jedem Menschen selbst

Habe mir meine verlorene Würde
Heilsam suchend wieder findend zurück gegeben
Durch Achtsamkeit meine Selbstachtung
In Wahrhaftigsein Irrtümer und Wahn gebannt erlangt

Der Mensch als Gesamtkunstwerk
Aus dem Felsblock gemeiselt
In Wesensworte gekleidet
Malerisch inszeniert
Und immer wieder
Aufs Neue komponiert

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Das Konzert

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Als der unendliche sphärische Konzertsaal erschaffen
Und der Tonmeister den Grundton bestimmt
Traten nach und nach
Die Mitspieler auf die Bühne

Sänger und Sängerinnen
Trommeln Hörner Saiteninstrumente
Flöten auch der Komponist
Und der Dirigent

Zuletzt das Puplikum und
Deine Mitspieler
Beklatschen erwartungsvoll
Nur Dich

Denn all das bist nur Du
Und die ganze Welt
Hört Dir von nun an zu

 

 

 

 

 

 

Der Empfang

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Die Zeitungen waren voll davon
Plakate kündeten das Ereignis an
Und in den Nachrichten
War Es das Thema weltweit

Geschmückt die Staßen
Und die Menschen festlich gekleidet
Alle freudig gestimmt
In froher Erwartung

Wer es denn sei
Wem dies alles gelte
Ein Medienstar Politiker
Staatsmann oder religiöser Würdenträger
Staunende Augen Kopfschütteln nur

Dann an jenem Tag
Da Sonne und Mond
Zugleich das Himmelszelt zierten
War Es soweit

Er kam und die Kinder
Streuten Blumen
Die Frauen trällerten
Jubelnde Lärchen im Sommerlicht

Der Geliebte riefen sie
Die Geliebte erschall es
Und sie meinten Dich
Dir Liebender all jene Huld
Dir Liebende gilt dieser Gnade Segen

 

 

 

 

 

Dem Lied „Taleal bedru aleyna“ gewidmet

 

 

 

 

 

Steh

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Angst vor Stillstand
Ist Furcht vor Innewerden

Stehe zu Dir
Gleich ob in der Warteschlange

Im Stau
Oder bei einem Geständnis

Das Du verliebt bist
In alles was ist

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Sprich

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Nein keine wohlfeilen Worte
Gut gesetzter Rede Fluß

Sprich mit Deiner Augen Licht
Lass Es Deine Hände sagen
Dich Deine Füße tragen
Dorthin an solche Orte
Wo Es der Liebe noch gebricht

Sage Es als wärst Du selbst
Dein ganzes Leben jener Kuss

 

 

 

 

 

 

 

Sieh

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Schließe die Augen
Sieh was noch bleibt
Das ist Deine Wirklichkeit
Mehr gibt es nicht

Das eine Auge sieht alles schwarz
Das andere alles weiß
Dabei ist alles farbenfroh bunt

Für den Blinden
Der innwendig schaut

Still

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Still weil etwas werden will
Leise es spricht der Weise
Sprich und sei stumm
Schweige und rede
Gehe und sei immer da
Sterbe und auferstehe
Lebe froh und allzeit wahr

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Das Verhältnis

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Früher mein erstes Verhältnis
Sehr zerrissen widersprüchlich
Das zu meiner Mutter
Und somit zu mir selbst

Gestern war ich bei einer
Alten Geliebten zu Besuch
Der Weltstadt mit Herz
Ehemals Stadt der Künste benannten
Freundin München mit Name

Anlässlich einer Einladung
Zu einer Vernissage
Illustre Besucher
Kuriose Objekte uneinheitlicher
Selbstaussagen Seinsspiegelungen
Selbstzeugnisse allemal
Der Stil atomisierter Individualismus

Heute eine Wirtschafts und Computerstadt
Ist die Hippiegeliebte Schwabings
In den Analen der Geschichte Erinnerung
Und was bleibt ist die Erkenntnis
Das ich mit allem eine Beziehung habe
Entweder als verkleidete  geschminkte Angst
Oder enthüllendes nacktes Lieben