Archiv für den Monat Oktober 2016

Denken

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Nun erklären einige Menschen
Wir lebten heute im Informationszeitalter
Digitaler Wissensflut
Genauer betrachtet ist es der Triumph
Der Intellektualismus

Jener Denkungsart die sich weder der Moral
Als religiös spiritueller Qualität
Noch der Ethik sittlichen Zeitgeistes verpflichtet

Bankenspekulationen Börsen und Rüstungsgeschäfte
Konzernwirtschaftskriege sogenannter
Feindlicher Übernahmen als Globalisierung getarnt
Legen Zeugnis jener Skrupellosigkeit ab

Die Vernunft als Maßstab baut Atomkraftwerke
Weil sie keinen Rauch entwickeln
Und verdrängt die Entsorgung immerwährend
Radioaktiv strahlender Fässer in ferne Zukünfte

Der Verstand akademisch geschult
Versteht eine Menge doch vor der Methaphysik
Schon knickt er ein mit dem Argument
Diese sei unwissenschaftlich daher unbeweisbar

Was nun
Ein Rückblick in die Geschichte zeigt ein
Weithin unbekanntes Geschehen mit verheerenden Folgen
Auf dem Konzil von Konstantinopel etwa 425
Beschlossen die Kirchenmänner ein neues Dogma

Der Mensch bestehe „Alle guten Dinge sind drei“
Ab sofort nur noch aus Seele und Leib
Der Geist wurde abgeschafft
Dies ist eine verkannte doch nachhaltige Verstümmelung
Des Wesen Mensch als irdisches zwischenweltliches und
Göttlich himmlisches Sein

In das so entandene Vakuum des amputierten Geistes flutete
Das Ersatzimitat Intellektualismus

Erst ein begeisterter von Geist durchdrungener Mensch
In Ihm inspiriert vermag das Leben kreativ
Verbunden und verantwortlich zum Wohle aller
Mit zu gestalten Dafür bedarf es keiner Gesetze
Organisationen und Gremien

Schöpfer Miterbauer Verlebendiger sind Menschen
Auch nach dem siebten Schöpfungstag des Altjüdischen
Vorchristlichen Genesismythos heute hier und jetzt

 

 

 

 

 

 

 

Sprechen

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Sprache ist alles Leben
Sternenlicht Nachtschwärze
Sonnenglast und Finsternis

Tiere die nie sprechen stumm
Wie Kaninchen geben im Augenblick
Da sie geschlachtet werden einen
Piepsenden Schmerzenslaut von sich

Stellten alle Menschen augenblicklich
Das Sprechen ein das Leben bräche in sich
Zusammen stünde still

So Du sprichst bist Du Schöpfer
Und Zerstörer Kali Shiva Todesgott
Deine Rede sei fördernd oder hemmend
Immer ist sie tendenziell
Neutralität objektiv zu sein ist
Illusion ja letztlich Lüge

Was wie und wo Du sprichst
Entscheiden ganz allein
Die Angst aus Deinem Gedärm
Um Dein Ego oder
Das Ich liebender Identität
In Deinem Herzen

 

 

 

Diese Huldigung ist Rudolf Steiner gewidmet
Der in seinem verkürztem Leben an einer Vergiftung sterbend
6000 Vorträge mit Fragenbeantwortung hielt
Und uns die Weisheit schenkte

Das Gespräch ist die Heilige Kommunion der Menschen

 

 

Hören

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Viele Menschen sind hörig
Damit ist jetzt keine SM-Hörigkeit gemeint
Dieses das eigene Zentrum abgeben
An Autoritäten wie
Der Herr Wissenschaftler Professor Doktor
Der Universität XY hat dazu gesagt
Oder die Medien
Die Politiker
Der Papst oder Bischof

Hören ist weiblich empfänglich
So erlebe ich mich oft
Zweimal das Vernommene hören zu wollen
Um die Gefühlsbotschaft
Das Willensprinzip dahinter zu vernehmen
Um dann die Information der Sachebene erst
Zu verarbeiten

Noch ist es seltener einem Menschen sein Ohr zu schenken
Meist ist das eigene Mitteilungsbedürfnis stärker
Hören ist Schwingung Energie Frequenz
Und bedarf auch des Selbstschutzes

Gespräche unter einem gefühltem Niveau
Können mein System verletzten
Das gilt auch für Gelesenes
Denn Schwingung ist sowohl im Hörbereich
Als auch im Ultraschall vernehmbar
Hört doch ein Hund die für das Herrchen
Stumme Pfeife und die Fledermaus
Was Dir und mir noch verborgen ist

Hörend werde ich schwanger
Trage das Aufgenommene in mir
Um es zu verarbeiten umgewandelt
Auch wieder von mir zu geben

Höre ich auf mein Bauchgefühl
Den vermeintlich denkenden Kopf
Oder auf mein Herz
All dies liegt an mir
An Dir

Wer Es hörend fühlt
Der kann Es wohl begreifen
Verlebendigend liebend sein und tun

 

 

 

 

 

 

Lesen

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In alten Zeiten
Lasen die Menschen aus den Eingeweiden
Der Opfertiere
Dem Stand der Sterne
Dem Flug der Vögel

Heute noch aus der Hand
Dem Kaffeesatz und den Karten
Natürlich auch aus dem Horoskop

Wenn Du hier in der Welt „Gepresster Worte“
Einen Beitrag liest
Sei Dir bewusst ein Geschenk zu erhalten
An Vertrauen Offenheit Intimität

Du antwortest mit gefühlsmäßiger Abwehr
Oder Anteilnahme sofort unmittelbar
Gedanklichem Widerspruch oder Zustimmung
Bist abgestoßen oder angeregt und ermuntert

Gib schenke bedanke Dich durch eine kurze
Rückmeldung
Eben so wie in einem Gespräch
Du ja Deinen Partner auch keinen
Monolog führen lässt in dem Du schweigst

Lesen ist ähnlich der Obsternte
Auch Fallobst kann noch eingkocht
Schmackhaft verwendet werden

Guten Appetit

 

 

 

 

 

 

 

 

Schreiben

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Von den Ägyptischen Hyroglyphenschreibern
Wird berichtet das sie getötet wurden
Wenn sie fehlerhaft schrieben

Ich schreibe beschreibe immer mich
Und über das was ich mir bin
Weltdeutung des Augenblicks
Suche das Fehlende
Oder selbst unbewusst pflanze es fort

Schreiben ist ein Akt der Befestigung
Wie erstarrte ehemals flüssige Magma
Eines glühenden Vulkans

Selbstoffenbarung allemal
Geburtshilfe meiner Menschwerdung
Zeugenschaft dessen was ist
Oder werden will

Spielerisch
Doch von ernster Würde getragen
In dem Wissen schöpferisch
Den Leser magisch zu beeinflussen
Kränkend oder genesend

Nahrung ist das Wort
Oder steiniges Brot
Ein Skalpell an der eiternden Wunde
Und Wasser für den Dürstenden

Die Götter schenkten uns die Schrift
Auch wenn der Staat heute Schulzwang gebietet
Ist jegliche Kunst Liebender
Herzensöffnung
Trachten und Sinn

 

 

 

 

 

Lyrik

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Lyrik ist kein schöngeistiges Vergnügen
Weder ästhetischer Genuss
Noch bildungsbürgerliche Pflicht

Sie schleicht durch das Entsetzen
Klettert über all die Toten
Kriecht durch die Ruinen
Und atmet flach in den
Ausdünstungen vergiftender Lügen

Lyrik ist ein Totengräber
Sterbebegleiter
Und eine slawische Krankenschwester
Die in der Seniorenresidenz
Auf der Pflegestation
Einem überzeugten Altnazi
Das verkotete welke Gesäß wäscht

Sie ist Feuer im Weihwasserkessel
Und Salz in der eiternden Wunde
Das Megaphon für stumme Schmerzensschreie
Und die Stimme des Schöffen
Der immer und in JEDEM Fall Freispruch vordert

Lyrik ist ein Fieber
Während des Schüttelfrostes
Und jene Glocke
Die zugleich für das Begräbnis
Und eine Geburt läutet

Sie ist ein Schmetterling
Hinter dem der Insektensammler
Mit seinem Fangnetz jagd

Nur ein laues Lüftchen
Vor dem Sturm
Jenes kurze Aufblitzen
In eines Auges Licht
Bevor es bricht

 

 

 

 

 Für Wolgang Borchert (1921-1947)

Friedensmission

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Wenn Dein Ego erklärt
Der oder die ist für mich gestorben
Dann ist das die Nichtung auf geistiger Ebene
Das Töten auf der Energetischen
Und Mord auf der des Willens

So Du loslässt
Diesem Menschen einfach seine Freiheit schenkst
Ihm neue Erfahrungen gönnst
Dich weiter entwickelst
Wird der Tag kommen
Sei es in diesem
Oder einem anderen Leben

Da Ihr einander aufs Neue begegnen werdet
Und staunend feststellt
Wieder verbunden zu sein
So als wär nie etwas zwische Euch gewesen
Denn Trennung bewirkt Angst
Lieben eint ein für allemal

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Schweigen

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Sich mit zu teilen
Ist Reichtum
Wo nicht verstummt der Mensch

Zu teilen
Bedeutet die Einheit zu spalten
Schweigend ist der Seiende
Denn alles was ist
Darf sein

Bedarf weder Veränderung
Noch Verbesserung
Ist gesegnet
Einfach dadurch
Weil ES ist
Leben

Bunt und schwarz
Laut und leise
Angst und Lieben
Treiben ihr Spiel

Wie dann noch eingreifen
Spielverderber sein

Die Nacht kommt
Und der Tag geht

Sonne Mond und Sterne
Kreisen schweigend
Am Himmelszelt
Darunter stehe ich
Still staunend

Ehrfurchtsvoll